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	<title>Kommentare zu: Ein Bauernopfer &#8230;</title>
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	<description>Brainstorming the Bastille</description>
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		<item>
		<title>Von: shaman</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/ein-bauernopfer/#comment-1130</link>
		<dc:creator>shaman</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 08:43:10 +0000</pubDate>
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		<description>Komisch nur, da&#223; so ein &quot;Spa&#223;&quot; im &#246;ffentlichen Dienst, sofort eine Entlassung,ob gerechtfertigt oder nicht, nach sich zieht, und da&#223; ander &quot;Sp&#228;&#223;e&quot; im &#246;ffentlichen Dienst, wie z.B. 4 bewaffnete WEGA-Beamte, die bei einer &quot;mi&#223;gl&#252;ckten&quot; Abschiebung vor 2 Jahren, sich gezwungen sahen, einen wehrlosen Schubh&#228;ftling das Gesicht zu zerm&#246;rschern (Kieferbruch, Jochbeinbruch, Augenh&#246;hlenbruch...) eine bedingte Haftstrafe von wenigen Monaten ausfassen und in den gem&#252;tlichen Innendienst versetzt werden...?!?!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nazis im Parlament is ein altes, mir unverst&#228;ndliches, Thema. Vorm Graf gab&#180;s da schon andere...und so mancher bekommt sogar ein Fast-Saats-Begr&#228;bnis....sehr ordentlich !&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ist das mit dem Wiederbet&#228;tigungsgesetz ? Wo fangt Wiederbet&#228;tigung an ? Scheinbar eine dehnbare Sache...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Laie und Staatsb&#252;rger, mit scheinbar sehr naiven Rechtsverst&#228;ndnis, bezweifle unser &quot;Rechts-system&quot; doch sehr...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nicht vergessen: ab 1.Nov.Winterreifenpflicht - bei winterlichen Fahrverh&#228;ltnissen.....&#167;&#167;&#167;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
???
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Komisch nur, da&szlig; so ein &#8220;Spa&szlig;&#8221; im &ouml;ffentlichen Dienst, sofort eine Entlassung,ob gerechtfertigt oder nicht, nach sich zieht, und da&szlig; ander &#8220;Sp&auml;&szlig;e&#8221; im &ouml;ffentlichen Dienst, wie z.B. 4 bewaffnete WEGA-Beamte, die bei einer &#8220;mi&szlig;gl&uuml;ckten&#8221; Abschiebung vor 2 Jahren, sich gezwungen sahen, einen wehrlosen Schubh&auml;ftling das Gesicht zu zerm&ouml;rschern (Kieferbruch, Jochbeinbruch, Augenh&ouml;hlenbruch&#8230;) eine bedingte Haftstrafe von wenigen Monaten ausfassen und in den gem&uuml;tlichen Innendienst versetzt werden&#8230;?!?!</p>
<p>Nazis im Parlament is ein altes, mir unverst&auml;ndliches, Thema. Vorm Graf gab&acute;s da schon andere&#8230;und so mancher bekommt sogar ein Fast-Saats-Begr&auml;bnis&#8230;.sehr ordentlich !</p>
<p>Wie ist das mit dem Wiederbet&auml;tigungsgesetz ? Wo fangt Wiederbet&auml;tigung an ? Scheinbar eine dehnbare Sache&#8230;</p>
<p>Als Laie und Staatsb&uuml;rger, mit scheinbar sehr naiven Rechtsverst&auml;ndnis, bezweifle unser &#8220;Rechts-system&#8221; doch sehr&#8230;</p>
<p>Und nicht vergessen: ab 1.Nov.Winterreifenpflicht &#8211; bei winterlichen Fahrverh&auml;ltnissen&#8230;..&sect;&sect;&sect;</p>
<p>???</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Martin Schimak</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/ein-bauernopfer/#comment-1129</link>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2008 13:00:14 +0000</pubDate>
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		<description>dass es f&#252;r dich so eindeutig ein &quot;spass&quot; war, wirft aber dann schon auch die frage auf, warum sich soviele menschen mit einem solchen elan emp&#246;ren. so fast als ob es einfach nicht mehr genug handfeste anl&#228;sse g&#228;be... ich glaube schon, dass das urspr&#252;nglich dadurch entstanden ist, dass eben - wie du sagst - vor allem vor ort nicht alle den zusammenhang sehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die online-emp&#246;rung ohne jeden grauton hat mir dann aber zu denken gegeben. deswegen wollte ich graut&#246;ne nachliefern...
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>dass es f&uuml;r dich so eindeutig ein &#8220;spass&#8221; war, wirft aber dann schon auch die frage auf, warum sich soviele menschen mit einem solchen elan emp&ouml;ren. so fast als ob es einfach nicht mehr genug handfeste anl&auml;sse g&auml;be&#8230; ich glaube schon, dass das urspr&uuml;nglich dadurch entstanden ist, dass eben &#8211; wie du sagst &#8211; vor allem vor ort nicht alle den zusammenhang sehen konnten.</p>
<p>die online-emp&ouml;rung ohne jeden grauton hat mir dann aber zu denken gegeben. deswegen wollte ich graut&ouml;ne nachliefern&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Martin Schimak</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/ein-bauernopfer/#comment-1132</link>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2008 12:43:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://martin.schimak.at/2008/10/ein-bauernopfer/#comment-1132</guid>
		<description>f&#252;r mich w&#228;rs relativ klar als &quot;chef&quot; - unter der voraussetzung, dass mir im gespr&#228;ch und durch kenntnis seiner person v&#246;llig klar ist, dass hier genau 0,0 promille naziideologie vorhanden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Vorl&#228;ufige Suspendierung, damit ist die &#214;ffentlichkeit mal ruhiggestellt&lt;br /&gt;
2. Etwas Zeit vergehen lassen, einstweilen eine objektive Erhebung der Fakten&lt;br /&gt;
3. &#214;ffentliche Pr&#228;sentation der Ergebnisse einer internen Untersuchung, samt&lt;br /&gt;
4. Pers&#246;nlicher Stellungnahme und Entschuldigung des Fahrers gegen&#252;ber jenen, die ihn so verstanden haben, wie er das eben nicht beabsichtigt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann man dann auch festhalten, dass &quot;sowas&quot; in einer Strassenbahn im Grunde nichts verloren hat und ihn angesichts der feiernden Menge kurzfristig &quot;der Teufel geritten hat&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und ein schuss ironie darf auch sein: die stadt wien geh&#246;rt eben offenbar zu den etwas patriarchalischer agierenden unternehmertypen... vielleicht glaubt das &quot;rote wien&quot; ja, dass man als unternehmer eben so sein muss. Ich finds unfair und ungschickt gleichzeitig.
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>f&uuml;r mich w&auml;rs relativ klar als &#8220;chef&#8221; &#8211; unter der voraussetzung, dass mir im gespr&auml;ch und durch kenntnis seiner person v&ouml;llig klar ist, dass hier genau 0,0 promille naziideologie vorhanden ist:</p>
<p>1. Vorl&auml;ufige Suspendierung, damit ist die &Ouml;ffentlichkeit mal ruhiggestellt<br />
2. Etwas Zeit vergehen lassen, einstweilen eine objektive Erhebung der Fakten<br />
3. &Ouml;ffentliche Pr&auml;sentation der Ergebnisse einer internen Untersuchung, samt<br />
4. Pers&ouml;nlicher Stellungnahme und Entschuldigung des Fahrers gegen&uuml;ber jenen, die ihn so verstanden haben, wie er das eben nicht beabsichtigt hatte.</p>
<p>Da kann man dann auch festhalten, dass &#8220;sowas&#8221; in einer Strassenbahn im Grunde nichts verloren hat und ihn angesichts der feiernden Menge kurzfristig &#8220;der Teufel geritten hat&#8221;.</p>
<p>und ein schuss ironie darf auch sein: die stadt wien geh&ouml;rt eben offenbar zu den etwas patriarchalischer agierenden unternehmertypen&#8230; vielleicht glaubt das &#8220;rote wien&#8221; ja, dass man als unternehmer eben so sein muss. Ich finds unfair und ungschickt gleichzeitig.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Martin Schimak</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/ein-bauernopfer/#comment-1127</link>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2008 07:58:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://martin.schimak.at/2008/10/ein-bauernopfer/#comment-1127</guid>
		<description>Die ganze Problematik dieser Geschichte liegt ja eben genau darin, dass es sowohl f&#252;r die Anwesenden als auch f&#252;r die Betrachter nicht 100% eindeutig war, wie es gemeint war. Daher kann man aber auch aus der Reaktion der Fahrg&#228;ste letztlich keine R&#252;ckschl&#252;sse ziehen, kann sie ihnen auch nicht zum Vorwurf machen: der eine hat es als klare Deutscht&#252;melei-Verarsche empfunden und keinen Unterschied zu Grissemann/Stermann entdecken k&#246;nnen, der andere hat gedacht, hier sitzt unfassbarerweise ein kleiner Neonazi am Steuer...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst wenn hier also unter den Fahrg&#228;sten wirklich jemand deshalb gejohlt hat, weil endlich wieder jemand offen &quot;Sieg Heil&quot; ruft: wir werden es aus DIESER Situation nicht r&#252;ckschliessen k&#246;nnen, dass dem so war oder gewesen sein k&#246;nnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus demselben Grund kann man daher glaub ich auch nicht so einfach sagen, was besser h&#228;tte laufen sollen, damit &#214;sterreich in dieser Situation ein St&#252;ck einer &quot;besseren Welt&quot; gewesen w&#228;re. Die Siutation war zu vielschichtig, als dass man eindeutige Schl&#252;sse aus ihr ziehen k&#246;nnte (keine ganz normale Strassenbahnfahrt, Alkohol, ein Strassenbahner der sich Aufmerksamkeit und vermutlich auch eine Reduktion des Ger&#228;uschpegels verschaffen will, extrem unterschiedliches &quot;Publikum&quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich daher letztlich nicht so gut finde: zu glauben, sich bei einem Bild mit vielen Graut&#246;nen auf Schwarz oder Weiss festlegen zu m&#252;ssen. Und was daher aber am Ende f&#252;r mich dann doch recht &quot;eindeutig&quot; &#252;berbleibt, ist ein wichtiger, allgemein bekannter Rechtsgrundsatz aus dem Strafrecht: In dubio pro reo. Der Mann tut mir leid: die Diskussion wird morgen zu Ende sein, alle werden sich zu Ende emp&#246;rt oder zu Ende verteidigt haben, und dieser kleine Mann wird wohl weiterhin auf der Strasse stehen. Darum ist es mir mit dem Beitrag eigentlich gegangen und darin w&#252;rde ich schlussendlich vielleicht doch eine M&#246;glichkeit sehen, wie &#214;sterreich in dieser Situation f&#252;r mich einen Tick &quot;besser&quot; w&#228;re: wenn nicht das Kollektiv (weder das gr&#246;lende, noch das sich emp&#246;rende), sondern das Individuum mehr im Vordergrund st&#252;nde.
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die ganze Problematik dieser Geschichte liegt ja eben genau darin, dass es sowohl f&uuml;r die Anwesenden als auch f&uuml;r die Betrachter nicht 100% eindeutig war, wie es gemeint war. Daher kann man aber auch aus der Reaktion der Fahrg&auml;ste letztlich keine R&uuml;ckschl&uuml;sse ziehen, kann sie ihnen auch nicht zum Vorwurf machen: der eine hat es als klare Deutscht&uuml;melei-Verarsche empfunden und keinen Unterschied zu Grissemann/Stermann entdecken k&ouml;nnen, der andere hat gedacht, hier sitzt unfassbarerweise ein kleiner Neonazi am Steuer&#8230;</p>
<p>Selbst wenn hier also unter den Fahrg&auml;sten wirklich jemand deshalb gejohlt hat, weil endlich wieder jemand offen &#8220;Sieg Heil&#8221; ruft: wir werden es aus DIESER Situation nicht r&uuml;ckschliessen k&ouml;nnen, dass dem so war oder gewesen sein k&ouml;nnte.</p>
<p>Aus demselben Grund kann man daher glaub ich auch nicht so einfach sagen, was besser h&auml;tte laufen sollen, damit &Ouml;sterreich in dieser Situation ein St&uuml;ck einer &#8220;besseren Welt&#8221; gewesen w&auml;re. Die Siutation war zu vielschichtig, als dass man eindeutige Schl&uuml;sse aus ihr ziehen k&ouml;nnte (keine ganz normale Strassenbahnfahrt, Alkohol, ein Strassenbahner der sich Aufmerksamkeit und vermutlich auch eine Reduktion des Ger&auml;uschpegels verschaffen will, extrem unterschiedliches &#8220;Publikum&#8221;)</p>
<p>Was ich daher letztlich nicht so gut finde: zu glauben, sich bei einem Bild mit vielen Graut&ouml;nen auf Schwarz oder Weiss festlegen zu m&uuml;ssen. Und was daher aber am Ende f&uuml;r mich dann doch recht &#8220;eindeutig&#8221; &uuml;berbleibt, ist ein wichtiger, allgemein bekannter Rechtsgrundsatz aus dem Strafrecht: In dubio pro reo. Der Mann tut mir leid: die Diskussion wird morgen zu Ende sein, alle werden sich zu Ende emp&ouml;rt oder zu Ende verteidigt haben, und dieser kleine Mann wird wohl weiterhin auf der Strasse stehen. Darum ist es mir mit dem Beitrag eigentlich gegangen und darin w&uuml;rde ich schlussendlich vielleicht doch eine M&ouml;glichkeit sehen, wie &Ouml;sterreich in dieser Situation f&uuml;r mich einen Tick &#8220;besser&#8221; w&auml;re: wenn nicht das Kollektiv (weder das gr&ouml;lende, noch das sich emp&ouml;rende), sondern das Individuum mehr im Vordergrund st&uuml;nde.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Schimi</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/ein-bauernopfer/#comment-1126</link>
		<dc:creator>Schimi</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 18:02:59 +0000</pubDate>
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		<description>In erster Linie ist ein Bauernopfer aber eben auch &quot;wenn etwas (vorgeblich) Nachrangiges geopfert wird, um etwas H&#246;herwertiges zu erhalten&quot;. Ich pflichte bei, dass es auch mein Eindruck ist, dass es der Strassenbahnfahrer vielleicht nicht so gemeint hat wie man bef&#252;rchten k&#246;nnte. Er wirkt meiner Meinung nach in der anschlie&#223;enden Diskussion sogar sympathischer als der aufgebrachte, &#228;ltere Herr. Nichts desto trotz, wenn wir schon beim pers&#246;nlichen Bauchgef&#252;hl sind: Als ich das Video zum ersten Mal gesehen hab, war es etwas anderes was bei mir wirklich ein ungutes Gef&#252;hl in der Magengrube erzeugt hat, n&#228;mlich die Reaktion der Fahrg&#228;ste. Ich stelle daher einfach mal folgende Frage in den Raum, die ich mir auch selbst gestellt habe: Angenommen, ich w&#228;re selbst in dieser BIM gesessen: H&#228;tte ich mich (meinem Bauchgef&#252;hl nach) in dieser Situation wohler gef&#252;hlt wenn ausnahmslos alle vehement protestiert h&#228;tten, den Zug verlassen h&#228;tten, etc. und die Party leider zuende gewesen w&#228;re, oder wenn ausnahmslos alle mit S&#228;tzen wie (ich zitiere hier einzelne Fahrg&#228;ste in Bezug auf den &#228;lteren Herrn) &quot;Sie haben keine Freude am Leben, lassen sie uns doch einfach mal Spass haben.&quot; und &quot;Machts nett immer so einen Stress, lass ma das einfach sein, okay?&quot; reagiert h&#228;tten?&lt;br /&gt;
Ich f&#252;r meinen Teil, entscheide mich f&#252;r die erste Situation, weil ich glaube dass genau solche S&#228;tze wie der zuletzt zitierte, das &quot;&#246;sterreichische Problem&quot; mit dem Umgang mit dieser Thematik recht gut widerspiegeln: Es erschaudert mich, dass immer noch Dinge verharmlost und kleingeredet werden, &#252;ber die eigentlich im ganzen Land Konsens herrschen sollte, meiner Meinung nach eben ohne dieses &quot;aber geh..&quot; &quot;war doch nicht so gmeint...&quot; usw.&lt;br /&gt;
Nat&#252;rlich, das Problem ist mit Sicherheit nicht der Strassenbahnfahrer, sondern ganz klar solche F&#228;lle wie die Wahl Martin Grafs. Aber ist es nicht so, dass genau diese &quot;allt&#228;glichen&quot;, kleinen Situationen erst die M&#246;glichkeit schaffen, dass dann auch Abgeordnete im Parlament so stimmen k&#246;nnen, wie sie heute gestimmt haben?&lt;br /&gt;
Ich frage mich ernsthaft: Was h&#228;tte in dieser Geschichte anders laufen sollen, damit &#214;sterreich in Bezug auf diese Frage zu einer &quot;besseren Welt&quot; wird? Wem ist in dieser Situation also die Schuld zu geben? Einem Strassenbahnfahrer, der VIELLEICHT einen bl&#246;den, unbedachten Scherz machen wollte? Einem &#228;lteren Herrn, der sich dar&#252;ber VIELLEICHT &#252;ber die Ma&#223;en emp&#246;rt, aber auf Grund seines Alters ebenso VIELLEICHT ein wenig mehr emotional involviert ist als beispielsweise ich es bin? Einem Blogger, der die Sache mehr oder weniger zuf&#228;llig aufzeichnet, und dies VIELLEICHT ohne die Folgen f&#252;r den Strassenbahnfahrer absch&#228;tzen zu k&#246;nnen ins Netz stellt? Einem Journalisten, der die Geschichte nicht als zu unwichtig unter den Tisch fallen l&#228;sst, sondern dar&#252;ber berichtet, und sie VIELLEICHT zu subjektiv beurteilt? Einem &#246;ffentlichen Rundfunk, der dies ebenso tut, und VIELLEICHT zuwenig dazu kommentiert, nicht jedes Wenn und Aber abw&#228;gt? Den Wiener Linien, weil sie nicht (ui, da springt mir gerade der aktuelle Bakary J. Artikel ins Auge...) hin und her abw&#228;gen und sich sch&#252;tzend vor den Strassenbahnfahrer stellen, sondern ihn VIELLEICHT vorschnell entlassen? Oder sind es wir (dich Martin Schimak, und mich ganz besonders mit eingeschlossen), die st&#228;ndig &#252;ber diese Fragen diskutieren, obwohl es hier nichts, aber auch absolut garnichts zu diskutieren gibt, weil die Fahrg&#228;ste dieser Strassenbahn in dieser &quot;besseren Welt&quot; eigentlich mit einer geschlossenen Stimme reagieren h&#228;tten sollen? Ich pers&#246;nlich glaube, dieses GEF&#220;HLTE und KLARE Bekenntnis und &quot;dagegen auftreten&quot; MUSS ganz unten beginnen, auf der Strasse, im Netz, in den Redaktionen, und nicht ganz oben im Parlament. Dann - und vermutlich eben erst dann - kann auch ein tats&#228;chlich als Scherz gemeinter Ausrutscher eines kleinen Strassenbahnfahrers wieder als solcher verstanden werden.&lt;br /&gt;
Eine letzte Anmerkung sei mir noch erlaubt, um nicht als &quot;Spassverderber&quot; verstanden zu werden: Ich pers&#246;nlich bin ein gro&#223;er Fan, sowohl von &quot;Das Leben ist sch&#246;n&quot; als auch von der &quot;deutschen Kochshow&quot;, und halte daher prinzipiell auch diesen Umgang mit der Vergangenheit f&#252;r den Richtigen. Der Unterschied ist nur, dass in diesen F&#228;llen doch im Grunde jeder genau weiss wie es gemeint ist. Manchmal &quot;wollen&quot; es manche vielleicht nicht wissen, aber so schwer scheint es dann doch nicht zu sein: Oder hat irgendwer schonmal Nazis in einer solchen Vorstellung sitzen sehen? Oder umgekehrt wirklich geglaubt (geglaubt, nicht behauptet zu glauben!) dass Lieder wie die Udo J&#252;rgens Umdichtung nur ein Spass sind? Scheinbar f&#228;llt es also beiden Seiten nicht allzuschwer hier zu unterscheiden, wenn man nur will...
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In erster Linie ist ein Bauernopfer aber eben auch &#8220;wenn etwas (vorgeblich) Nachrangiges geopfert wird, um etwas H&ouml;herwertiges zu erhalten&#8221;. Ich pflichte bei, dass es auch mein Eindruck ist, dass es der Strassenbahnfahrer vielleicht nicht so gemeint hat wie man bef&uuml;rchten k&ouml;nnte. Er wirkt meiner Meinung nach in der anschlie&szlig;enden Diskussion sogar sympathischer als der aufgebrachte, &auml;ltere Herr. Nichts desto trotz, wenn wir schon beim pers&ouml;nlichen Bauchgef&uuml;hl sind: Als ich das Video zum ersten Mal gesehen hab, war es etwas anderes was bei mir wirklich ein ungutes Gef&uuml;hl in der Magengrube erzeugt hat, n&auml;mlich die Reaktion der Fahrg&auml;ste. Ich stelle daher einfach mal folgende Frage in den Raum, die ich mir auch selbst gestellt habe: Angenommen, ich w&auml;re selbst in dieser BIM gesessen: H&auml;tte ich mich (meinem Bauchgef&uuml;hl nach) in dieser Situation wohler gef&uuml;hlt wenn ausnahmslos alle vehement protestiert h&auml;tten, den Zug verlassen h&auml;tten, etc. und die Party leider zuende gewesen w&auml;re, oder wenn ausnahmslos alle mit S&auml;tzen wie (ich zitiere hier einzelne Fahrg&auml;ste in Bezug auf den &auml;lteren Herrn) &#8220;Sie haben keine Freude am Leben, lassen sie uns doch einfach mal Spass haben.&#8221; und &#8220;Machts nett immer so einen Stress, lass ma das einfach sein, okay?&#8221; reagiert h&auml;tten?<br />
Ich f&uuml;r meinen Teil, entscheide mich f&uuml;r die erste Situation, weil ich glaube dass genau solche S&auml;tze wie der zuletzt zitierte, das &#8220;&ouml;sterreichische Problem&#8221; mit dem Umgang mit dieser Thematik recht gut widerspiegeln: Es erschaudert mich, dass immer noch Dinge verharmlost und kleingeredet werden, &uuml;ber die eigentlich im ganzen Land Konsens herrschen sollte, meiner Meinung nach eben ohne dieses &#8220;aber geh..&#8221; &#8220;war doch nicht so gmeint&#8230;&#8221; usw.<br />
Nat&uuml;rlich, das Problem ist mit Sicherheit nicht der Strassenbahnfahrer, sondern ganz klar solche F&auml;lle wie die Wahl Martin Grafs. Aber ist es nicht so, dass genau diese &#8220;allt&auml;glichen&#8221;, kleinen Situationen erst die M&ouml;glichkeit schaffen, dass dann auch Abgeordnete im Parlament so stimmen k&ouml;nnen, wie sie heute gestimmt haben?<br />
Ich frage mich ernsthaft: Was h&auml;tte in dieser Geschichte anders laufen sollen, damit &Ouml;sterreich in Bezug auf diese Frage zu einer &#8220;besseren Welt&#8221; wird? Wem ist in dieser Situation also die Schuld zu geben? Einem Strassenbahnfahrer, der VIELLEICHT einen bl&ouml;den, unbedachten Scherz machen wollte? Einem &auml;lteren Herrn, der sich dar&uuml;ber VIELLEICHT &uuml;ber die Ma&szlig;en emp&ouml;rt, aber auf Grund seines Alters ebenso VIELLEICHT ein wenig mehr emotional involviert ist als beispielsweise ich es bin? Einem Blogger, der die Sache mehr oder weniger zuf&auml;llig aufzeichnet, und dies VIELLEICHT ohne die Folgen f&uuml;r den Strassenbahnfahrer absch&auml;tzen zu k&ouml;nnen ins Netz stellt? Einem Journalisten, der die Geschichte nicht als zu unwichtig unter den Tisch fallen l&auml;sst, sondern dar&uuml;ber berichtet, und sie VIELLEICHT zu subjektiv beurteilt? Einem &ouml;ffentlichen Rundfunk, der dies ebenso tut, und VIELLEICHT zuwenig dazu kommentiert, nicht jedes Wenn und Aber abw&auml;gt? Den Wiener Linien, weil sie nicht (ui, da springt mir gerade der aktuelle Bakary J. Artikel ins Auge&#8230;) hin und her abw&auml;gen und sich sch&uuml;tzend vor den Strassenbahnfahrer stellen, sondern ihn VIELLEICHT vorschnell entlassen? Oder sind es wir (dich Martin Schimak, und mich ganz besonders mit eingeschlossen), die st&auml;ndig &uuml;ber diese Fragen diskutieren, obwohl es hier nichts, aber auch absolut garnichts zu diskutieren gibt, weil die Fahrg&auml;ste dieser Strassenbahn in dieser &#8220;besseren Welt&#8221; eigentlich mit einer geschlossenen Stimme reagieren h&auml;tten sollen? Ich pers&ouml;nlich glaube, dieses GEF&Uuml;HLTE und KLARE Bekenntnis und &#8220;dagegen auftreten&#8221; MUSS ganz unten beginnen, auf der Strasse, im Netz, in den Redaktionen, und nicht ganz oben im Parlament. Dann &#8211; und vermutlich eben erst dann &#8211; kann auch ein tats&auml;chlich als Scherz gemeinter Ausrutscher eines kleinen Strassenbahnfahrers wieder als solcher verstanden werden.<br />
Eine letzte Anmerkung sei mir noch erlaubt, um nicht als &#8220;Spassverderber&#8221; verstanden zu werden: Ich pers&ouml;nlich bin ein gro&szlig;er Fan, sowohl von &#8220;Das Leben ist sch&ouml;n&#8221; als auch von der &#8220;deutschen Kochshow&#8221;, und halte daher prinzipiell auch diesen Umgang mit der Vergangenheit f&uuml;r den Richtigen. Der Unterschied ist nur, dass in diesen F&auml;llen doch im Grunde jeder genau weiss wie es gemeint ist. Manchmal &#8220;wollen&#8221; es manche vielleicht nicht wissen, aber so schwer scheint es dann doch nicht zu sein: Oder hat irgendwer schonmal Nazis in einer solchen Vorstellung sitzen sehen? Oder umgekehrt wirklich geglaubt (geglaubt, nicht behauptet zu glauben!) dass Lieder wie die Udo J&uuml;rgens Umdichtung nur ein Spass sind? Scheinbar f&auml;llt es also beiden Seiten nicht allzuschwer hier zu unterscheiden, wenn man nur will&#8230;</p>
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