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	<title>Kommentare zu: Wenn einer stirbt &#8230;</title>
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	<description>Brainstorming the Bastille</description>
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		<title>Von: bruckner</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/wenn-einer-stirbt/#comment-1138</link>
		<dc:creator>bruckner</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Oct 2008 09:33:03 +0000</pubDate>
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		<description>find ich dann auch die vorstellung, dass einer der &#252;ber udo j&#252;rgens zu diplomieren gedenkt in j&#246;rgls fu&#223;stapfen zu steigen gedenkt...
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		<content:encoded><![CDATA[<p>find ich dann auch die vorstellung, dass einer der &uuml;ber udo j&uuml;rgens zu diplomieren gedenkt in j&ouml;rgls fu&szlig;stapfen zu steigen gedenkt&#8230;</p>
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		<title>Von: Martin Schimak</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/wenn-einer-stirbt/#comment-1137</link>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Oct 2008 08:35:16 +0000</pubDate>
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		<description>Ich glaube hier liegt ein gewisses Problem im Begriff der &quot;W&#252;rdigung&quot;. Mir gings nicht um eine W&#252;rdigung, schon gar nicht um eine ausgewogene und differenzierte, sondern, wie oben bereits gesagt, darum, einige f&#252;r mich als positiv erkannte Punkte aufzuz&#228;hlen. Dass wir jemanden nur dann f&#252;r sein Lebenswerk &quot;w&#252;rdigen&quot;, wenn uns das ausgewogene und differenzierte Gesamtbild w&#252;rdigenswert erscheint, ist nat&#252;rlich richtig so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber gerade in der Politik das Problem beginnt, ist, wenn wir einem Menschen, nur weil wir ihn insgesamt (zu Lebzeiten meine ich jetzt) nicht &quot;w&#252;rdigen&quot; k&#246;nnen de facto gar nicht mehr zuh&#246;ren. Vielleicht ist f&#252;r die etwas j&#252;ngere Generation nicht mehr so hautnah nachvollziehbar, dass Haiders Thema in den 1980er Jahren zun&#228;chst fast ausschliesslich der Widerstand gegen Proporz, Parteibuchwirtschaft und Privilegien war, damit verdoppelte er 1986 die FP&#214; auf Anhieb auf gute 10% und erreichte 1990 &#252;ber 16%. Das &quot;Ausl&#228;nderthema&quot; existierte damals in der &#246;ffentlichen Wahrnehmung noch so gut wie gar nicht, der &quot;eiserne Vorhang&quot; war noch nicht gefallen, &#214;sterreich ein neutrales Land &quot;nach dem Vorbild der Schweiz&quot;. Das Ausl&#228;nderthema diente dem Erfinder des &#246;sterreichischen Populismus dann eher erst ab den 1990er Jahren dazu, auf diesen fr&#252;heren vor allem durch ehemalige &#214;VP W&#228;hler erm&#246;glichten Wahlerfolgen aufzubauen und nun massiv in einer zunehmend ver&#228;ngstigten SP&#214; W&#228;hlerschaft zu wildern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn Haider und seine rechte FP&#214; schon in den 1980er Jahren f&#252;r die meisten geschichtsbewussten Menschen unw&#228;hlbar war, sagten oder dachten viele insgeheim gerade damals (also vor dem Ausl&#228;nderthema), dass er in vielem de facto &quot;recht hat&quot;. Und genau in der Kombination aus diesem weitverbreiteten Gef&#252;hl und der (menschlich ebenso verst&#228;ndlichen) Komplett-Abgrenzungspolitik Vranitzkys bestand aber dann auch das Problem. Es war nicht mehr m&#246;glich, &#252;ber legitime Anliegen zu diskutieren und Haider konnte dies alles nun mit seinen Ausl&#228;nderwahlk&#228;mpfen &quot;vermischen&quot; - all das erlaubte einer breiten W&#228;hlerschicht ihre eher dumpfen Emotionen, die sie sich vorher vielleicht sogar selbst wenn sie sie lange schon hatten irgendwo &quot;selbst nicht erlaubt&quot; hatten, zu legitimieren und nun &#246;ffentlich vor sich herzutragen. Das Ergebnis von dem allen kennen wir. Heute h&#228;lt eine ganz offen ausl&#228;nderfeindliche und weitgehend monothematische Partei ein knappes F&#252;nftel der W&#228;hler. Eine ganze Generation an Jungw&#228;hlern w&#228;hlt bereits schon dann diese Partei, wenn sie nichts anderes tut als dem &quot;Vorbild&quot; der Eltern zu folgen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt ginge es ja wieder darum, zumindest jene BZ&#214; W&#228;hler die Strache ganz offenbar abst&#246;sst (sonst h&#228;tten sie ihn n&#228;mlich gleich selbst gew&#228;hlt), die aber in einem moderateren Haider-BZ&#214; eine M&#246;glichkeit sahen, ihren Systemprotest auszudr&#252;cken nicht ebenfalls &#252;ber kurz oder lang in die H&#228;nde des Monothematikers zu treiben...
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		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube hier liegt ein gewisses Problem im Begriff der &#8220;W&uuml;rdigung&#8221;. Mir gings nicht um eine W&uuml;rdigung, schon gar nicht um eine ausgewogene und differenzierte, sondern, wie oben bereits gesagt, darum, einige f&uuml;r mich als positiv erkannte Punkte aufzuz&auml;hlen. Dass wir jemanden nur dann f&uuml;r sein Lebenswerk &#8220;w&uuml;rdigen&#8221;, wenn uns das ausgewogene und differenzierte Gesamtbild w&uuml;rdigenswert erscheint, ist nat&uuml;rlich richtig so.</p>
<p>Wo aber gerade in der Politik das Problem beginnt, ist, wenn wir einem Menschen, nur weil wir ihn insgesamt (zu Lebzeiten meine ich jetzt) nicht &#8220;w&uuml;rdigen&#8221; k&ouml;nnen de facto gar nicht mehr zuh&ouml;ren. Vielleicht ist f&uuml;r die etwas j&uuml;ngere Generation nicht mehr so hautnah nachvollziehbar, dass Haiders Thema in den 1980er Jahren zun&auml;chst fast ausschliesslich der Widerstand gegen Proporz, Parteibuchwirtschaft und Privilegien war, damit verdoppelte er 1986 die FP&Ouml; auf Anhieb auf gute 10% und erreichte 1990 &uuml;ber 16%. Das &#8220;Ausl&auml;nderthema&#8221; existierte damals in der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung noch so gut wie gar nicht, der &#8220;eiserne Vorhang&#8221; war noch nicht gefallen, &Ouml;sterreich ein neutrales Land &#8220;nach dem Vorbild der Schweiz&#8221;. Das Ausl&auml;nderthema diente dem Erfinder des &ouml;sterreichischen Populismus dann eher erst ab den 1990er Jahren dazu, auf diesen fr&uuml;heren vor allem durch ehemalige &Ouml;VP W&auml;hler erm&ouml;glichten Wahlerfolgen aufzubauen und nun massiv in einer zunehmend ver&auml;ngstigten SP&Ouml; W&auml;hlerschaft zu wildern.</p>
<p>Auch wenn Haider und seine rechte FP&Ouml; schon in den 1980er Jahren f&uuml;r die meisten geschichtsbewussten Menschen unw&auml;hlbar war, sagten oder dachten viele insgeheim gerade damals (also vor dem Ausl&auml;nderthema), dass er in vielem de facto &#8220;recht hat&#8221;. Und genau in der Kombination aus diesem weitverbreiteten Gef&uuml;hl und der (menschlich ebenso verst&auml;ndlichen) Komplett-Abgrenzungspolitik Vranitzkys bestand aber dann auch das Problem. Es war nicht mehr m&ouml;glich, &uuml;ber legitime Anliegen zu diskutieren und Haider konnte dies alles nun mit seinen Ausl&auml;nderwahlk&auml;mpfen &#8220;vermischen&#8221; &#8211; all das erlaubte einer breiten W&auml;hlerschicht ihre eher dumpfen Emotionen, die sie sich vorher vielleicht sogar selbst wenn sie sie lange schon hatten irgendwo &#8220;selbst nicht erlaubt&#8221; hatten, zu legitimieren und nun &ouml;ffentlich vor sich herzutragen. Das Ergebnis von dem allen kennen wir. Heute h&auml;lt eine ganz offen ausl&auml;nderfeindliche und weitgehend monothematische Partei ein knappes F&uuml;nftel der W&auml;hler. Eine ganze Generation an Jungw&auml;hlern w&auml;hlt bereits schon dann diese Partei, wenn sie nichts anderes tut als dem &#8220;Vorbild&#8221; der Eltern zu folgen&#8230;</p>
<p>Und jetzt ginge es ja wieder darum, zumindest jene BZ&Ouml; W&auml;hler die Strache ganz offenbar abst&ouml;sst (sonst h&auml;tten sie ihn n&auml;mlich gleich selbst gew&auml;hlt), die aber in einem moderateren Haider-BZ&Ouml; eine M&ouml;glichkeit sahen, ihren Systemprotest auszudr&uuml;cken nicht ebenfalls &uuml;ber kurz oder lang in die H&auml;nde des Monothematikers zu treiben&#8230;</p>
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		<title>Von: Tom Schaffer</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/wenn-einer-stirbt/#comment-1136</link>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 13:58:37 +0000</pubDate>
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		<description>Die W&#252;rdigung f&#228;llt schwer, weil sie im Rahmen des Gesamtwerks nicht stimmt. Haider an der Macht hat es bewiesen. Der Proporz wurde blau, statt rot. Die seltsamen F&#246;rderungen gingen an die eigenen Leute, statt die anderen. Haider war ein Populist, as solcher steht man immer auch f&#252;r richtige Dinge, meistens halt oberfl&#228;chlich. Wir Menschen w&#252;rdigen jemanden aber nur dann, wenn er im gro&#223;en und ganzen in Ordnung ist ist, nicht irgendwo im Detail. Und ich meine, das ist zurecht so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Was Gabi Burgstaller sagt, der Mensch habe im Mittelpunkt seines sozialpolitischen Wirkens gestanden, da stellts mir die Z&#228;henn&#228;gel auf. Erst in den letzten Wochen hat Haider Menschen auf einer unbetreuten Alm zusammengepfercht. Das passiert, wenn man jemanden f&#252;r etwas w&#252;rdigt, was dieser aus zutiefst ideologischen Gr&#252;nden betrieben hat.
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		<content:encoded><![CDATA[<p>Die W&uuml;rdigung f&auml;llt schwer, weil sie im Rahmen des Gesamtwerks nicht stimmt. Haider an der Macht hat es bewiesen. Der Proporz wurde blau, statt rot. Die seltsamen F&ouml;rderungen gingen an die eigenen Leute, statt die anderen. Haider war ein Populist, as solcher steht man immer auch f&uuml;r richtige Dinge, meistens halt oberfl&auml;chlich. Wir Menschen w&uuml;rdigen jemanden aber nur dann, wenn er im gro&szlig;en und ganzen in Ordnung ist ist, nicht irgendwo im Detail. Und ich meine, das ist zurecht so.</p>
<p>PS: Was Gabi Burgstaller sagt, der Mensch habe im Mittelpunkt seines sozialpolitischen Wirkens gestanden, da stellts mir die Z&auml;henn&auml;gel auf. Erst in den letzten Wochen hat Haider Menschen auf einer unbetreuten Alm zusammengepfercht. Das passiert, wenn man jemanden f&uuml;r etwas w&uuml;rdigt, was dieser aus zutiefst ideologischen Gr&uuml;nden betrieben hat.</p>
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	<item>
		<title>Von: katatonik</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/wenn-einer-stirbt/#comment-1135</link>
		<dc:creator>katatonik</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2008 22:36:24 +0000</pubDate>
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		<description>Liegt das nicht einfach an der einge&#252;bten sozialen Praxis der W&#252;rdigung? Daran, dass ein H&#246;he- und Tiefpunkte im Wirken eines Menschen &#252;berschauender Blick immer dann geworfen wird, wenn entweder ein Lebensabschnitt oder ein Leben zuende sind? Aber das beantwortet die Frage dann eben einfach so: Dass es uns nicht gelingt, Menschen einfach so zwischendurch zu w&#252;rdigen, liegt daran, dass (zumindest &#246;ffentliche) W&#252;rdigungen einen Blick auf Abgeschlossenes brauchen, und der kommt eben nur im nachhinein.
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		<content:encoded><![CDATA[<p>Liegt das nicht einfach an der einge&uuml;bten sozialen Praxis der W&uuml;rdigung? Daran, dass ein H&ouml;he- und Tiefpunkte im Wirken eines Menschen &uuml;berschauender Blick immer dann geworfen wird, wenn entweder ein Lebensabschnitt oder ein Leben zuende sind? Aber das beantwortet die Frage dann eben einfach so: Dass es uns nicht gelingt, Menschen einfach so zwischendurch zu w&uuml;rdigen, liegt daran, dass (zumindest &ouml;ffentliche) W&uuml;rdigungen einen Blick auf Abgeschlossenes brauchen, und der kommt eben nur im nachhinein.</p>
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	<item>
		<title>Von: Martin Schimak</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2008/10/wenn-einer-stirbt/#comment-1134</link>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2008 20:34:59 +0000</pubDate>
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		<description>Ich kann die Kritik einerseits sehr gut nachvollziehen, zumal ich die genannten Punkte ja genauso sehe. Andererseits geht sie gerade deshalb auch v&#246;llig ins Leere f&#252;r mich, denn ich wollte ja gar keine &quot;ausgewogene und differenzierte W&#252;rdigung&quot; verfassen - das &#252;berlasse ich gerne den darin ge&#252;bten Damen und Herren unseres &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Mir ging es an heutigem Tag lediglich darum, einen f&#252;r mich gar nicht so einfachen Schritt zu tun und einige positive, f&#252;r mich berechtigte Punkte eines von mir grunds&#228;tzlich abgelehnten Politikers aufzuz&#228;hlen. Gleichzeitig werfe ich die Frage auf, warum uns das grunds&#228;tzlich sehr oft erst nach dem Ableben einer umstrittenen Pers&#246;nlichkeit zu gelingen scheint -ich verkn&#252;pfe damit auch die hier unausgesprochen gebliebene Frage, ob man sich nicht einige Haider Erfolge erspart h&#228;tte, wenn man schon sehr fr&#252;hzeitig auf seine berechtigten Anliegen (und nur diese) eingestiegen w&#228;re. Nicht mehr und nicht weniger. Danke f&#252;rs Lesen und f&#252;rs Feedback!
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann die Kritik einerseits sehr gut nachvollziehen, zumal ich die genannten Punkte ja genauso sehe. Andererseits geht sie gerade deshalb auch v&ouml;llig ins Leere f&uuml;r mich, denn ich wollte ja gar keine &#8220;ausgewogene und differenzierte W&uuml;rdigung&#8221; verfassen &#8211; das &uuml;berlasse ich gerne den darin ge&uuml;bten Damen und Herren unseres &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Mir ging es an heutigem Tag lediglich darum, einen f&uuml;r mich gar nicht so einfachen Schritt zu tun und einige positive, f&uuml;r mich berechtigte Punkte eines von mir grunds&auml;tzlich abgelehnten Politikers aufzuz&auml;hlen. Gleichzeitig werfe ich die Frage auf, warum uns das grunds&auml;tzlich sehr oft erst nach dem Ableben einer umstrittenen Pers&ouml;nlichkeit zu gelingen scheint -ich verkn&uuml;pfe damit auch die hier unausgesprochen gebliebene Frage, ob man sich nicht einige Haider Erfolge erspart h&auml;tte, wenn man schon sehr fr&uuml;hzeitig auf seine berechtigten Anliegen (und nur diese) eingestiegen w&auml;re. Nicht mehr und nicht weniger. Danke f&uuml;rs Lesen und f&uuml;rs Feedback!</p>
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