Archiv für März, 2009

Höchst individuelle Klubzwang FAQs

31. März 2009

Fröne heut wiedermal meiner notorischen Vorliebe für völlig unaktuelle Themen, an denen ich mich so gerne reibe: Der sogenannte “Klubzwang”, dem unsere politischen Abgeordneten in der Praxis unterliegen. Mit diesem ist es für mich ja ein bissl so wie mit dem Priesterzölibat in der katholischen Kirche. Eigentlich will ihn niemand – ausser denen, die grad oben sitzen und das Sagen haben… ich beharre jedenfalls auch in Zeiten der Wirtschaftskrise darauf, mich mit unserer andauernden Politikkrise auseinanderzusetzen. Vielleicht gibt es ja sogar einen Zusammenhang – jedenfalls aber wird sie uns voraussichtlich auch dann noch beschäftigen, wenn die aktuelle Wirtschaftskrise schon längst wieder Geschichte sein wird. Selbst wenn diese lange, lange, lange dauert. Was wir ja alle nicht hoffen.

Ist dieser “Klubzwang”, also die beobachtbare Tatsache, dass unsere Abgeordneten immer in Rudeln fest umrissener und mit politischen Farben gekennzeichneter Gruppen ihre Pfötchen heben eigentlich irgendwo festgeschrieben?

Nein, sondern ganz im Gegenteil: unsere Verfassung orientiert sich am Ideal des “freien Mandats”. Damit ist vor allem auch gemeint: der Mandatar orientiert sich hinsichtlich seines Abstimmungsverhaltens “am Ende des Tages” nur an seiner eigenen Überzeugung. Er oder sie darf keine “Aufträge” haben, genau so oder so abzustimmen, darf nicht “gebunden” sein.

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Heisst das nun aber, dass es “verwerflich” ist, wenn man sich als Träger eines politischen Mandats an seiner Partei orientiert?

Nein, ganz und gar nicht. Es ist völlig legitim und natürlich, sich regelmässig der Meinung jener anzuschliessen, deren Art und Weise zu denken man grundsätzlich zu schätzen gelernt hat. Vor allem und gerade auch in Angelegenheiten, von denen man selbst einfach zuwenig zu verstehen glaubt.

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Was ist dann aber der Punkt, was ist so schlecht daran, wenn man immer mit seiner Partei stimmt?

Das Problem beginnt vermutlich mit dem Wörtchen “immer”: echte, “menschliche” Loyalität zu einer Gruppe und ihren Prinzipien gibt es nur, wenn man auch mal ausscheren kann, ohne drastische, persönliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

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Aber ist Loyalität zu einer Gruppe nicht auch ein wichtiger, bewahrenswerter, zwischenmenschlicher Wert? Wollen wir alles dem Individuum überlassen?

Natürlich ist Loyalität, also sowas wie das Geben und In-Anspruch-Nehmen von gegenseitigem Vertrauen, ein wichtiger, nein, ein sehr wichtiger zwischenmenschlicher Wert. Gruppen müssen gerade in “stürmischen Zeiten” zusammenhalten, um zu “überleben”. Aber wir dürfen auf der anderen Seite auch den Wert der “Gegen-den-Strom-Schwimmer” nicht übersehen: diejenigen, die offen ausscheren, wenn sie mal einfach nicht “mitlaufen” wollen, stellen sicher, dass sich die Prinzipien der Gruppe weiterentwickeln und an eine sich ändernde Umwelt anpassen – sie tragen derart also ebenso zu ihrem “Überleben” bei.

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Aber sollten die “Gegen-den-Strom-Schwimmer” ihre abweichenden Ansichten nicht besser innerhalb ihrer Gruppe vortragen, anstatt sie zu schwächen, indem sie ihre Differenzen öffentlich austragen oder gar abweichend abstimmen und so anderen Parteien die “Munition” zu liefern?

Nunja, die Thematik ist wohl, dass die Gruppe, um deren “Überleben” oder “Vorankommen” es im Sinn unserer Verfassung eigentlich gehen sollte ja der Staat als Ganzes ist – alle seine Bürger und “Steuerzahler” – und nicht eine Partei. Wenn wir Konflikte in einer Demokratie nicht offen und transparent austragen, sondern immer nur in winzigen, nach aussen hermetisch abgeschirmten Gruppen, dann können die Wähler draussen – also die um dies eigentlich geht – auch nicht mitbekommen, welche Fragen es eigentlich sind, die hitzig diskutiert werden. Sie können sich selbst kein Bild machen, können ihre eigene Position nicht weiterentwickeln, wissen nicht wer für welche Denkrichtung steht, wissen auch nicht, wem sie vertrauen können und wessen Denken vielleicht weniger nach ihrem Geschmack ist. Das ist ungeheuer viel Sand im Getriebe, den wir uns da “leisten”.

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Aber konkret: welche Konsequenzen muss ein Abgeordneter denn wirklich befürchten, wenn er nicht mit seiner Partei abstimmt?

Naja, vermutlich wird er, wenn es seiner Partei “zu bunt” wird das nächste Mal nicht mehr kandidieren dürfen. Sprich: wer sich aus dem Fenster lehnt, bettelt um die “Kündigung”. Man muss ökonomisch schon recht gut abgesichert sein, um davor keinerlei Angst haben zu müssen. Aber selbst wenn man das ist und daher keine Angst vor dem Rauswurf hat: rausgeworfen und somit politisch “mundtot” ist man dann trotzdem, wenn man zu oft aufmuckt…

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Aber ist das wirklich so? Wie oft werden Politiker/innen in der Praxis denn von ihren Parteien vor die Tür gesetzt?

Werden sie eh nicht – sie agieren ja vorsorglich brav genug.

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Na gut. Aber wie wird man diesen Klubzwang dann also los?

Ganz vermutlich gar nicht, weil er auch viel mit allzumenschlichem “Sozialverhalten” zu tun hat. Aber man kann versuchen, seine negativen Effekte abzumildern, indem man das Kräfteverhältnis zwischen dem “Individuum” und “seiner Gruppe” besser ausbalanciert. Im sogenannten Mehrheitswahlrecht werden Abgeordnete direkt von den Wählern in ihrem Wahlkreis gewählt – und orientieren sich in ihrem Stimmverhalten dementsprechend stark direkt an deren Bedürfnissen. Ein starkes Vorzugsstimmenwahlrecht erlaubt dem Wähler, die Listen der Partei komplett “auf den Kopf” zu stellen – und fördert dementsprechend Politiker, die sich mit ihrer Partei vielleicht etwas schwertun, aber in der Bevölkerung grosses Vertrauen geniessen. Ebenso könnten Parteien, die das Problem mit dem Klubzwang selbst als ein solches erkennen, die Kandidatenlisten direkt durch ihre Wählerbasis erstellen lassen – dies entspräche dem Gedanken der US-amerikanischen “Primaries” (Vorwahlen).

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Papperlapapp: der Klubzwang ist doch schon deshalb nötig, damit die Regierung nicht gestürzt wird!

Das hat was. Das Ideal eines “freien Parlaments” mit “freien” Abgeordneten, welche sich ihrem Gewissen verpflichtet auf die Gesetzgebung konzentrieren, es wird schon dadurch gleich wieder “gefangen” genommen, dass in unserem System die Existenz der Regierung ganz eng an eine Mehrheit im Parlament geknüpft ist. Die Koalitionsvereinbarung zwingt die Koalitionsabgeordneten unweigerlich in einen Gehorsam gegenüber den Regierungsspitzen, und die Regierung hat damit nicht nur ihre Abgeordneten, sondern auch das gesetzgeberische “Heft” in der Hand. Man kann darin ein grundsätzliches Problem sogenannter “parlamentarischer” Demokratien erkennen, das nicht nur zum faktischen “Klubzwang” beiträgt, sondern auch den Verfassungsgedanken der Gewaltenteilung unterläuft. Ein möglicher Ausweg aus diesem Problem besteht darin, entweder eine Kultur von Minderheitsregierungen praktisch zu leben, oder aber eine Verfassungsänderung anzustreben, die die Regierung direktdemokratisch einsetzt und “legitimiert”. Ständig wechselnde Mehrheiten im Parlament führen dann nicht zum Sturz der Regierung.

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To be continued! Was habe ich völlig vergessen? Und was seht Ihr aber sowas von anders?

In der Untergrundbahn.

24. März 2009

Gestern wurde ich zum Ohrenzeugen folgendes kleinen Gesprächs in einer Wiener U-Bahn. Ein junges Paar küsst einander ausgiebig.

Sie: Du weisst ja gar nicht, wie mir das schon abgegangen ist…

Er: Echt?

Sie: Naja, was anderes ist mir noch mehr abgegangen…

Ich schaue schmunzelnd in die Runde aber die Wiener blicken – wie fast üblich in solchen Situationen – alle zu Boden und tun so als hätten sie nichts gehört. Dann weiter:

Sie: Shit Freitag haben wir Prüfung in Politischer Bildung… die FPÖ ist die Freiheitliche Partei Österreichs.

Er: Echt?

Sie: Ja. Solche Sachen müssen wir da lernen! Die ÖVP ist die Österreichische …, die Österreichische … mmh … shit – vergessen.

Er hat keinen Anlass zum Schmunzeln – Prüfungsstoff zu vergessen ist ja schliesslich auch ganz normal, oder etwa nicht?

Und ich? Will da raus. Friedensbrücke. Und denke mir am Nachhauseweg nur noch, dass so betrachtet “freiheitlich” richtig cool und einprägsam klingen muss. Kann man sich ja irgendwie was vorstellen drunter…

Redundantes Gezwitscher

19. März 2009

Der richtige Onlinejournalist Georg Holzer zwitscherte kürzlich wie folgt:

georg-holzer-redundanz

Ich finds interessant, weil einerseits ein ambivalentes Thema, andererseits auch ein wichtiger werdendes, wenn die Plattformen vielfältiger und vor allem auch technisch (API mässig) offener werden. Für mich ist die Aussage auch ein weiteres Indiz dafür, dass Facebook derzeit versucht Twitter zu werden. Für mich fürs erste eine Fehlentwicklung – vielleicht erkenne ich den höheren Sinn dahinter aber irgendwann noch…

Aber zu den Status Updates und dem Syncen:

  1. Die Grundidee des Status ist es ja, über Tun, Lassen und Denken anderer informiert zu sein. Ich bin aber nur eine Person, und noch dazu ein Mann, daher strictly single-threaded. Soll heissen: Ich tu nur eine Sache gleichzeitig, daher hab ich auch nur einen “Status” (Sorry, meine Liebe!)
  2. Nun ist Facebook aber grösser, Twitter ist intensiver…, das Publikum und Anwendungszwecke unterscheiden sich (noch? siehe oben), sind aber schon auch überlappend. Ich will daher eigentlich auf Push Seite einerseits nur 1x eintippen, andererseits auch dort entscheiden können, in welche Systeme der Status repliziert wird.
  3. Twitter Apps haben hinsichtlich Usability die Nase vorn und eignen sich am besten als Status Update “Center”. Praktisch betrachtet: Ich wär schon recht happy, wenn ich dort zB #fb #wp eingeben könnte und damit ausdrücken würde, dass ich diesen speziellen Update a. gern auch in Facebook sehen würde und b. der (und nur der) auch in der Sidebar meines Wordpress Blogs auftaucht. (Gibts sowas schon? Auf Anhieb hab ich weder für FB noch für WP Brauchbares gefunden.)
  4. Mühsam redundant aus Sicht des “Lesers” so eines Updates kann es dann wieder werden, wenn er als Konsument mehrerer Social Networking Plattformen derart gesyncte Status Updates wieder zusammenführt und viele Dinge doppelt sieht. Das ist allerdings lösbar und würde ich daher der “Intelligenz” der Client Apps überlassen wollen. “Logisch” wäre natürlich Duplikate auszufiltern, aber zB auch das Blocken von zuvor auf Push Seite replizierten Updates (was nur geht, wenn die APIs solche Infos offenlegen).

Zum Ausgangspunkt “Redundanz” ist mein momentaner Denkstatus:

  1. Es ist durchaus sinnvoll und mE auch in Zukunft keine Unsitte, sein Status Gezwitscher in weitere Systeme zu replizieren. Denn nur so kann ich als Status Poster – also auf der Push Seite -  entscheiden, dass ein User dieses anderen von mir genutzten Systems die Nachricht auch dann erhalten sollte, wenn er mein System nicht aktiv liest. Das halte ich für “legitim”.
  2. Die andere Seite ist genauso legitim, nämlich selbst zu entscheiden, welche Systeme man liest, also das Polling der Updates wieder intelligent zu mergen – da ist wahrscheinlich auf Tool Unterstützungsseite noch ein Stück Weges zu gehen.

And finally, a generic statement: Umso mehr die Social Networking Community die Features diverser Systeme herausarbeitet, die wirklich innovativ sind und nachhaltig benutzt werden (Status Message ist eines davon), und umsomehr die APIs zur Nutzung dieser Features zugänglich werden, umsomehr unabhängige Apps diese Dienste also wiederum eigenständig nutzen und mergen, umsomehr Schritte machen wir in Richtung Eroberung der Social Software durch eine offene “Cloud”. Weil dann auch der umgekehrte Weg funktionieren wird: von den dann existierenden Apps und ihren APIs zu neuen offeneren Diensten, die diese APIs ebenfalls zur Verfügung stellen. Dazu hab ich mal einen kurzen Comment bei Helge Fahrnberger geschrieben (dem damals eine Facebook Fanpage unter den 4 Buchstaben weggezogen wurde), und der Comment wurde dann später auch vom Web 3.0 Träumer Stefan Waidele aufgegriffen.

Mir dünkt, es stürmt und drängt.

17. März 2009

Sturm und Drang. Ein Schauspiel.
… im, nun ja, mittlerweite schon 2. Akt. Da bin ich also wieder. Zurück in der Zukunft, gewissermassen. In der Vergangenheit wars aber auch nicht schlecht. Johann Wolfgang von Goethe etwa gehörte ja irgendwie schon zu den Stürmern und Drängern, dann aber auch irgendwie wieder nicht, vielleicht weil er zu alt und weise wurde, unter anderem erteilte er mir zB folgenden anmutigen Rat:

Wer will denn alles gleich ergründen!
Sobald der Schnee schmilzt, wird sich’s finden.
Hier hilft nun weiter kein Bemühn!
Sind’s Rosen, nun, sie werden blühn.

However, mein 70er Jahre Testbild nervte mich langsam, und dann dachte ich, dann kannst Du auch gleich ganz umziehen, hab dann meinen alten Namen auch gleich an den Nagel gehängt und im alten Wohnzimmer hängen lassen. Bleibt also eigentlich nur, das neue Zimmer Zug um Zug mit neuem Leben zu erfüllen – ganz einfach indem ich hier bin und ab und zu was an die Wand schreibe.

Vielfältiger soll es jedenfalls werden. Politik? Ja klar, aber eher nicht zu tagesaktuell, sondern eher an Themen orientiert, die mich langfristig und nachhaltig interessieren, je nachdem was mir eben so über den Weg läuft. Demokratie, Grundrechte, Freiheitswerte sind immer wieder in neuem Licht zu überdenken, auch wenn das heute dann immer gleich so bedeutungsschwer klingt wie “Bildungszukunft” oder “Steuergerechtigkeit” oder “Migrationsströme” oder “Grundeinkommen”.

Und daneben auch vieles Andere: Kultur, Wissenschaft, Medien, Netz… so im groben. Wobei mein eigenes Lebensthema eben irgendwo diese geistigen Bastionen sind, die ich immer wieder wahrnehme oder wahrzunehmen glaube. Wo’s für mich besonders spannend wird, das ist eben immer dann, wenn etwas das wir gestern für geradezu selbstverständlich, vielleicht sogar “offensichtlich”, “logisch”, “eh kloar” gehalten haben heute entweder plötzlich oder auch graduell in ganz anderem Licht erscheint. Darüber möcht ich daher hier besonders gerne schreiben – denn auch meine irgendwo so zwischen alten Nazis, Kreisky, Tschernobyl, Ronald Reagan und Michael Gorbatschow sozialisierte Hippiebeamtenkindergeneration ist vor der geistigen Erstarrung alles andere als gefeit. Sie hat es sich aber noch verdammt wenig bewusst gemacht – aber wahrscheinlich ist sie damit vermutlich eh auch kein Jota weniger starrsinnig als alle vorangegangenen Generationen.

Ein paar Worte möchte ich zu meiner Gemütsverfassung verlieren, als ich letzten November nach einem Jahr Bloggen mein Testbild einlegte: zeitweise schien es mir wirklich vollkommen sinnlos zu sein, sich in irgendeiner Form an einem öffentlichen, “demokratischen” Diskurs beteiligen zu wollen. Der Staat, der nicht zu ändern ist macht eben auch etliche seiner wachesten Bürger zu solchen, die sich nicht mehr so recht bewegen mögen. Und der gelernte Österreicher ist ein Homo Oeconomicus und sagt sich kosten-nutzen-mässig eigentlich völlig realistisch und grundvernünftig: “Wozu auch – es bleibt ja eh alles beim alten.” Und dazu kommt: gerade die Politik ist heute etwas, an dem man als “einfacher”, sein eigenes Leben einigermassen erfolgreich meisternder “Bürger” gar nicht mehr so wirklich anstreifen will. Sie ist im Grunde schmutzig, peinlich, grotesk, unwürdig, so analysieren viele, mir durchaus nachvollziehbar. Ich sage: sie ist also all das, was viele ihrer Vertreter so gerne ebenso pauschal auf “die” Wirtschaft projizieren – das jeweils eigene Umfeld verändert die Wahrnehmung der jeweiligen “Aussenwelt” könnte man auch schlussfolgern…

Und dann wieder will ich eben kein solcher öder Realist sein, momentan noch keiner von Momos grauen Herren werden: wenn ich mich selbst ernst nehmen will, dann darf ich mir eben auch nicht “zu gut” sein. Was nämlich gar nicht geht ist Eigenverantwortung nur nörglerisch einzufordern und selbst in keiner Weise zu leben, heimlich über die Feigheit von Mächtigen zu schimpfen, aber selbst in keiner Weise mutig zu sein. Und daher orientiere ich mich eben auch nicht nur an Goethe, sondern zB auch an Erich Fried, zeitgenössischer (naja, ok, wir denken hier in grossen Dimensionen) Stürmer und Dränger auf die ihm eigene Art:

Wer will, daß die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, daß sie bleibt.