Redundantes Gezwitscher
Der richtige Onlinejournalist Georg Holzer zwitscherte kürzlich wie folgt:
Ich finds interessant, weil einerseits ein ambivalentes Thema, andererseits auch ein wichtiger werdendes, wenn die Plattformen vielfältiger und vor allem auch technisch (API mässig) offener werden. Für mich ist die Aussage auch ein weiteres Indiz dafür, dass Facebook derzeit versucht Twitter zu werden. Für mich fürs erste eine Fehlentwicklung – vielleicht erkenne ich den höheren Sinn dahinter aber irgendwann noch…
Aber zu den Status Updates und dem Syncen:
- Die Grundidee des Status ist es ja, über Tun, Lassen und Denken anderer informiert zu sein. Ich bin aber nur eine Person, und noch dazu ein Mann, daher strictly single-threaded. Soll heissen: Ich tu nur eine Sache gleichzeitig, daher hab ich auch nur einen “Status” (Sorry, meine Liebe!)
- Nun ist Facebook aber grösser, Twitter ist intensiver…, das Publikum und Anwendungszwecke unterscheiden sich (noch? siehe oben), sind aber schon auch überlappend. Ich will daher eigentlich auf Push Seite einerseits nur 1x eintippen, andererseits auch dort entscheiden können, in welche Systeme der Status repliziert wird.
- Twitter Apps haben hinsichtlich Usability die Nase vorn und eignen sich am besten als Status Update “Center”. Praktisch betrachtet: Ich wär schon recht happy, wenn ich dort zB #fb #wp eingeben könnte und damit ausdrücken würde, dass ich diesen speziellen Update a. gern auch in Facebook sehen würde und b. der (und nur der) auch in der Sidebar meines Wordpress Blogs auftaucht. (Gibts sowas schon? Auf Anhieb hab ich weder für FB noch für WP Brauchbares gefunden.)
- Mühsam redundant aus Sicht des “Lesers” so eines Updates kann es dann wieder werden, wenn er als Konsument mehrerer Social Networking Plattformen derart gesyncte Status Updates wieder zusammenführt und viele Dinge doppelt sieht. Das ist allerdings lösbar und würde ich daher der “Intelligenz” der Client Apps überlassen wollen. “Logisch” wäre natürlich Duplikate auszufiltern, aber zB auch das Blocken von zuvor auf Push Seite replizierten Updates (was nur geht, wenn die APIs solche Infos offenlegen).
Zum Ausgangspunkt “Redundanz” ist mein momentaner Denkstatus:
- Es ist durchaus sinnvoll und mE auch in Zukunft keine Unsitte, sein Status Gezwitscher in weitere Systeme zu replizieren. Denn nur so kann ich als Status Poster – also auf der Push Seite - entscheiden, dass ein User dieses anderen von mir genutzten Systems die Nachricht auch dann erhalten sollte, wenn er mein System nicht aktiv liest. Das halte ich für “legitim”.
- Die andere Seite ist genauso legitim, nämlich selbst zu entscheiden, welche Systeme man liest, also das Polling der Updates wieder intelligent zu mergen – da ist wahrscheinlich auf Tool Unterstützungsseite noch ein Stück Weges zu gehen.
And finally, a generic statement: Umso mehr die Social Networking Community die Features diverser Systeme herausarbeitet, die wirklich innovativ sind und nachhaltig benutzt werden (Status Message ist eines davon), und umsomehr die APIs zur Nutzung dieser Features zugänglich werden, umsomehr unabhängige Apps diese Dienste also wiederum eigenständig nutzen und mergen, umsomehr Schritte machen wir in Richtung Eroberung der Social Software durch eine offene “Cloud”. Weil dann auch der umgekehrte Weg funktionieren wird: von den dann existierenden Apps und ihren APIs zu neuen offeneren Diensten, die diese APIs ebenfalls zur Verfügung stellen. Dazu hab ich mal einen kurzen Comment bei Helge Fahrnberger geschrieben (dem damals eine Facebook Fanpage unter den 4 Buchstaben weggezogen wurde), und der Comment wurde dann später auch vom Web 3.0 Träumer Stefan Waidele aufgegriffen.




Lese gerade @MartinSchimak Beitrag “Redundantes Gezwitscher” -> http://tinyurl.com/cwzzll … Glaub’ ich muss auch was d’rüber schreiben!
Gute Diskussion,
muss auch was drüber schreiben!
spannedes Thema!
lg
heimo
Danke! Ich warte…
ich halte Twitter für einen Hype.
habe mir das mal angesehen:
1) ist das ganze gezwitscher sehr unübersichtlich, wenn man sich z.B. einen Dialog zwischen 2 Leuten anschauen will >> dazu muss man jeweils auf die Twitter Seite der anderen Person gehen und dann suchen, welche Antwort, Frage dazu passt.
2) was interessiert mich sowas wie “heute mache ich das und das”, “bin gerade in München und …”
nicht nur nutzlos, sondern genauso ein Übermaß an Informationen, die eh keiner liest. Aber hauptsache man ist dabei und das Ego ist befriedigt.
3) Gezwitscher besteht aus kurzen Nachrichten. Twitter ist wohl ein “schlechterer” Chat, oder ein Blogg für faule Leser, …
Bloggs sind einfach wesentlich besser: man kann Artikel, dazupassende Kommentare + Antworten darauf nachvollziebar lesen. Und die Länge ist (fast) beliebig.
Und Bücher sind sowieso das Nonplusultra.
Und allgemein zu verschiedenen Kommunikationswerkzeugen des Internets (Ist das was ich nun aufzähle schon Web 2.0?):
Man hat Emailadressen, Facebook/Studivz/Meinvz/…-Account, ePortfolios, Skype und verschiedene Messengers, Chatrooms, Bloggs, Profile auf Communities, Foren, etc. … Und derzeit sind halt soziale Netzwerke die Renner. Es ist neu, und jeder sollte sowas haben. Angeblich. Und immer die Frage: Warum hast du sowas noch nicht? Ich sage halt dann: Ich habe eine Telefonnummer und eine Emailadresse. Reicht das nicht zur Kommunikation?
Und wieso muss man seine Privatsphäre öffentlich machen? Lädt man nämlich keine Photos auf Facebook hoch, oder schreibt minimalistisch, etc. dann hat man wohl eher weniger “Freunde”. Ein Wort das zu einem Unwort verkommt; leider. Wobei die Realität eine andere ist und man sich nicht an Freunde zählen orientieren will. Freund im Internet ist anscheinend schon jeder, der einem eine Nachricht schreibt oder einem einfach als Freund hinzufügt.
Danke für Deinen Comment. Ich finde einfach, die Welt ist bunt und vielfältig und jeder macht, was ihm Freude macht. That’s it. Ich persönlich sehe auch vieles davon nicht nur positiv – aber darum gehts ja auch, dass man sich kritisch äussert oder sagt Leute, da gehts doch vielen um kindische Dinge wie “Freunde zählen”. Das hilft dabei, dass sich die Werkzeuge weiterentwickeln und die Menschen reifer werden. Selbst draufkommen, wozu gewissen Mechanismen führen, was gut und was schlecht ist kann man natürlich am besten, wenn mans ausprobiert. Aber es soll keinen Zwang geben, auch keinen heimlichen “sozialen Druck”.