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	<title>Kommentare zu: Der Steuerputsch.</title>
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	<description>Brainstorming the Bastille</description>
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		<title>Von: Mixpickle</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2009/10/der-steuerputsch/#comment-1765</link>
		<dc:creator>Mixpickle</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 12:27:20 +0000</pubDate>
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		<description>@Martin
Ich sehe, dass ich nicht der einzige bin, der eine Vision von einer besseren Welt erträumt. Allerdings würde es Strömungen geben, die hauptsächlich von denen ausgehen, die auf der Gehaltsliste des Staates stehen, um dies zu verhindern. Nicht umsonst spricht man von einer Renaissance des Feudalismus, die wir jetzt erleben, ein Aspekt, der auch schon in der französischen Revolution seinen Niederschlag fand. Alle Steuern weg in den Mistkübel, eben bis auf eine, damit der Staat finanzierbar bleibt. Ein kühner Gedanke.

Weit weniger kühn wäre es doch, über die Notwendigkeit der Steuerprogression nachzudenken. Wie gesagt, alle Steuern und Abgaben finden sich derzeit in den Preisen wieder, die der Endverbraucher zu zahlen hat. Die Steuerprogression als Instrument, um die Schwachen zu entlasten und die Starken stärker zu belasten, ist eine Mär, um das gemeine Publikum bei Laune zu halten. Dass die Progression vor allem die Sozialschwachen trifft, wird dabei geflissentlich unter den Teppische gekehrt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Martin<br />
Ich sehe, dass ich nicht der einzige bin, der eine Vision von einer besseren Welt erträumt. Allerdings würde es Strömungen geben, die hauptsächlich von denen ausgehen, die auf der Gehaltsliste des Staates stehen, um dies zu verhindern. Nicht umsonst spricht man von einer Renaissance des Feudalismus, die wir jetzt erleben, ein Aspekt, der auch schon in der französischen Revolution seinen Niederschlag fand. Alle Steuern weg in den Mistkübel, eben bis auf eine, damit der Staat finanzierbar bleibt. Ein kühner Gedanke.</p>
<p>Weit weniger kühn wäre es doch, über die Notwendigkeit der Steuerprogression nachzudenken. Wie gesagt, alle Steuern und Abgaben finden sich derzeit in den Preisen wieder, die der Endverbraucher zu zahlen hat. Die Steuerprogression als Instrument, um die Schwachen zu entlasten und die Starken stärker zu belasten, ist eine Mär, um das gemeine Publikum bei Laune zu halten. Dass die Progression vor allem die Sozialschwachen trifft, wird dabei geflissentlich unter den Teppische gekehrt.</p>
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		<title>Von: martin</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2009/10/der-steuerputsch/#comment-1763</link>
		<dc:creator>martin</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 12:42:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://martin.schimak.at/?p=874#comment-1763</guid>
		<description>@Helge: Was für mich aus Deinem Statement hervorleuchtet ist ein für mich etwas zu eng gefasstes Verständnis des scheinbar harten Begriffs &quot;Kosten&quot;. Was ich meine lässt sich glaube ich auch anhand des Versuchs einen &quot;ökologischen Fussabdruck&quot; zu berechnen ganz gut zeigen. Wenn wir nach momentan bestem Wissen zum Schluss kommen, dass wir die naturgegebene Ökologie des Planeten nur bis zu einem gewissen Ausmaß zu unseren Zwecken zurückdrängen dürfen um ein ökologisches Gleichgewicht zu erhalten, dann bedeutet das idealtypisch gedacht, dass der wirtschaftliche Preis für diese Zurückdrängung genau dort sein muss, dass maximal genau dieses Ausmass an Zurückdrängung stattfindet. Dieser Preis kann daher auch nicht statisch sein, sondern muss wie andere Preise auch laufend die Knappheit eines Guts im Abgleich mit der Nachfrage nach ihm abbilden. In der Praxis lassen sich solche Bepreisungen über Rechteausgaben realisieren und wir erleben momentan sichtbare erste Schritte in so eine Richtung bei den CO2 Zertifikaten. Langfristig betrachtet müssen wir davon ausgehen, dass wir nicht mehr CO2 in die Atmosphäre lassen dürfen als diese selbst wieder abbauen kann. Solange also die reale Knappheit dieser Müllkippe Atmosphäre daher gar nicht bepreist war, konnte auch eine entsprechende Rücksichtnahme auf die Realität dieser Knappheit niemals richtig funktionieren.

Zurück zum Ausgangspunkt: solange wir &quot;weichere Faktoren&quot; vor uns hinberechnen, diese aber nicht entsprechend ökonomischer Logik quantifizieren und auch ganz real einpreisen, solange können wir uns zwar einer vielleicht für manche romantisch klingenden Vorstellung hingeben, dass es da noch mehr zwischen Himmel und Erde gibt als schnöd Messbares, wir werden aber nichts erreichen damit. 

Daher: all diese von Dir aufgezeigten Versuche sind gut und wichtig, manches wird sich als Mumpitz erweisen und anderes wird am Ende des Tages in quantifizierte Gesamtbewertungen einfliessen, zB ein &quot;besseres BIP&quot; wenn Du so willst. Erst diese Quantifizierung gibt uns die Möglichkeit neues Wissen um &quot;Kosten&quot; und &quot;Nutzen&quot; in eine Relation zu herkömmlichem Wissen über &quot;Kosten&quot; und &quot;Nutzen&quot; stellen zu können und nicht zu verabsolutieren.

Btw: das fiktive Beispiel verstehe ich wieder eher nicht. Ich würde hier sagen: solange die externen Kosten eingepreist werden (was momentan vielfach noch nicht der Fall ist) brauche ich darüberhinaus keine politische Steuerung mehr. Ich wäre heilsfroh, wäre die Politik einmal zu diesen Schritten in der Lage. Scheint ja eher schwierig zu sein... :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Helge: Was für mich aus Deinem Statement hervorleuchtet ist ein für mich etwas zu eng gefasstes Verständnis des scheinbar harten Begriffs &#8220;Kosten&#8221;. Was ich meine lässt sich glaube ich auch anhand des Versuchs einen &#8220;ökologischen Fussabdruck&#8221; zu berechnen ganz gut zeigen. Wenn wir nach momentan bestem Wissen zum Schluss kommen, dass wir die naturgegebene Ökologie des Planeten nur bis zu einem gewissen Ausmaß zu unseren Zwecken zurückdrängen dürfen um ein ökologisches Gleichgewicht zu erhalten, dann bedeutet das idealtypisch gedacht, dass der wirtschaftliche Preis für diese Zurückdrängung genau dort sein muss, dass maximal genau dieses Ausmass an Zurückdrängung stattfindet. Dieser Preis kann daher auch nicht statisch sein, sondern muss wie andere Preise auch laufend die Knappheit eines Guts im Abgleich mit der Nachfrage nach ihm abbilden. In der Praxis lassen sich solche Bepreisungen über Rechteausgaben realisieren und wir erleben momentan sichtbare erste Schritte in so eine Richtung bei den CO2 Zertifikaten. Langfristig betrachtet müssen wir davon ausgehen, dass wir nicht mehr CO2 in die Atmosphäre lassen dürfen als diese selbst wieder abbauen kann. Solange also die reale Knappheit dieser Müllkippe Atmosphäre daher gar nicht bepreist war, konnte auch eine entsprechende Rücksichtnahme auf die Realität dieser Knappheit niemals richtig funktionieren.</p>
<p>Zurück zum Ausgangspunkt: solange wir &#8220;weichere Faktoren&#8221; vor uns hinberechnen, diese aber nicht entsprechend ökonomischer Logik quantifizieren und auch ganz real einpreisen, solange können wir uns zwar einer vielleicht für manche romantisch klingenden Vorstellung hingeben, dass es da noch mehr zwischen Himmel und Erde gibt als schnöd Messbares, wir werden aber nichts erreichen damit. </p>
<p>Daher: all diese von Dir aufgezeigten Versuche sind gut und wichtig, manches wird sich als Mumpitz erweisen und anderes wird am Ende des Tages in quantifizierte Gesamtbewertungen einfliessen, zB ein &#8220;besseres BIP&#8221; wenn Du so willst. Erst diese Quantifizierung gibt uns die Möglichkeit neues Wissen um &#8220;Kosten&#8221; und &#8220;Nutzen&#8221; in eine Relation zu herkömmlichem Wissen über &#8220;Kosten&#8221; und &#8220;Nutzen&#8221; stellen zu können und nicht zu verabsolutieren.</p>
<p>Btw: das fiktive Beispiel verstehe ich wieder eher nicht. Ich würde hier sagen: solange die externen Kosten eingepreist werden (was momentan vielfach noch nicht der Fall ist) brauche ich darüberhinaus keine politische Steuerung mehr. Ich wäre heilsfroh, wäre die Politik einmal zu diesen Schritten in der Lage. Scheint ja eher schwierig zu sein&#8230; <img src='http://martin.schimak.at/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	<item>
		<title>Von: Helge</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2009/10/der-steuerputsch/#comment-1762</link>
		<dc:creator>Helge</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 11:55:38 +0000</pubDate>
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		<description>@Martin: Kann ich fast alles unterschreiben. Von “nichtquantifizierbaren Folgekosten” halte ich wie du ebenso wenig. Kosten = quantifizierbar. Ich habe jedoch geschrieben &quot;Wie eine Gesellschaft “steuern” will, darf also nicht nur von den quantifizierbaren Folgekosten abhängen.&quot; 

Heißt: Nicht nur &quot;Kosten&quot; sind wichtig, auch andere, weichere Faktoren. Beispiele dafür gibt es viele: Ökologischer Fußabdruck, Happy Planet Index, Gross National Happyness, Happy Life Expectancy, Genuine Progress Indicator, etc. Einiges davon ist vielleicht Mumpitz, ich will nur zeigen, dass es große und auch wissenschaftliche Diskussionen über nichtmontäre Bewertung von Lebensqualität und Nachhaltigkeit gibt.

Noch einmal ein (fiktives) Beispiel: Du kannst ein Produkt nach Methode A oder B herstellen. Beide kosten gleich viel. Methode A ist arbeitskraftintensiver, Methode B benötigt dafür mehr Fläche. Hier muss eine politische Steuerung möglich sein, die Methode B attraktiver macht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Martin: Kann ich fast alles unterschreiben. Von “nichtquantifizierbaren Folgekosten” halte ich wie du ebenso wenig. Kosten = quantifizierbar. Ich habe jedoch geschrieben &#8220;Wie eine Gesellschaft “steuern” will, darf also nicht nur von den quantifizierbaren Folgekosten abhängen.&#8221; </p>
<p>Heißt: Nicht nur &#8220;Kosten&#8221; sind wichtig, auch andere, weichere Faktoren. Beispiele dafür gibt es viele: Ökologischer Fußabdruck, Happy Planet Index, Gross National Happyness, Happy Life Expectancy, Genuine Progress Indicator, etc. Einiges davon ist vielleicht Mumpitz, ich will nur zeigen, dass es große und auch wissenschaftliche Diskussionen über nichtmontäre Bewertung von Lebensqualität und Nachhaltigkeit gibt.</p>
<p>Noch einmal ein (fiktives) Beispiel: Du kannst ein Produkt nach Methode A oder B herstellen. Beide kosten gleich viel. Methode A ist arbeitskraftintensiver, Methode B benötigt dafür mehr Fläche. Hier muss eine politische Steuerung möglich sein, die Methode B attraktiver macht.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: martin</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2009/10/der-steuerputsch/#comment-1761</link>
		<dc:creator>martin</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 11:40:09 +0000</pubDate>
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		<description>@Helge Da müssen wir meiner Ansicht unterscheiden. Die eine Frage ist, wie sich eine Gesellschaft steuern &quot;will&quot;. Da führt für mich we für Dich kein Weg an einer demokratischen Entscheidungsfindung vorbei. Die andere Frage ist aber, wie und in welchem Umfang diese Gesellschaft sich zu ihrem eigenen Besten steuern &quot;sollte&quot;. Und für welche Art und welchen Umfang an Steuerung ich daher als Staatsbürger eintrete. Und ich trete eben dafür ein, externe Folgekosten zu berücksichtigen. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Begründung: Weniger schadet. Mehr schadet auch. 

Eine ganz andere Frage ist wieder, ob die nicht eingepreisten marktexternen Effekte richtig berechnet werden. Nun, wir sollten es so gut als möglich versuchen und uns danach Schritt für Schritt ausrichten.

Von &quot;nichtquantifizierbaren Folgekosten&quot; halte ich demgegenüber recht wenig. Entweder es gibt Kosten, von denen wir wissen oder wir wissen (noch) nicht von Ihnen. Das heisst ich unterstütze mit Freude jede Suche nach bisher unerforschtem Terrain, benötige dafür aber keine neue Vokabeln wie &quot;nichtmonetär&quot;. Call me a rationalizing idiot, I can live with that. ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Helge Da müssen wir meiner Ansicht unterscheiden. Die eine Frage ist, wie sich eine Gesellschaft steuern &#8220;will&#8221;. Da führt für mich we für Dich kein Weg an einer demokratischen Entscheidungsfindung vorbei. Die andere Frage ist aber, wie und in welchem Umfang diese Gesellschaft sich zu ihrem eigenen Besten steuern &#8220;sollte&#8221;. Und für welche Art und welchen Umfang an Steuerung ich daher als Staatsbürger eintrete. Und ich trete eben dafür ein, externe Folgekosten zu berücksichtigen. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Begründung: Weniger schadet. Mehr schadet auch. </p>
<p>Eine ganz andere Frage ist wieder, ob die nicht eingepreisten marktexternen Effekte richtig berechnet werden. Nun, wir sollten es so gut als möglich versuchen und uns danach Schritt für Schritt ausrichten.</p>
<p>Von &#8220;nichtquantifizierbaren Folgekosten&#8221; halte ich demgegenüber recht wenig. Entweder es gibt Kosten, von denen wir wissen oder wir wissen (noch) nicht von Ihnen. Das heisst ich unterstütze mit Freude jede Suche nach bisher unerforschtem Terrain, benötige dafür aber keine neue Vokabeln wie &#8220;nichtmonetär&#8221;. Call me a rationalizing idiot, I can live with that. <img src='http://martin.schimak.at/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	<item>
		<title>Von: Helge</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2009/10/der-steuerputsch/#comment-1760</link>
		<dc:creator>Helge</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 11:25:28 +0000</pubDate>
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		<description>@Martin: Ja, mein Argument bezieht sich nicht nur auf die Energiefrage. Das funktioniert auch mit anderen Beispielen. 

Aber deinem Nachsatz &quot;..solange und in dem Umfang, in dem ich nachweisen kann, dass eine bestimmte Art zu wirtschaften der Gesellschaft externe Folgekosten aufbürdet&quot; kann ich nicht zustimmen: 

Eine Gesellschaft, in der eine demokratische Entscheidung nur über monetär nachweisbare Argumente zustande kommen kann, ist für mich nicht wünschenswert. 

Im Gegenteil - weltweit findet gerade eine m.E wichtige Debatte um &quot;Happyness Economics&quot; statt, die neue, nichtmonetäre Messparameter einfordert. Sogar Sarkozy lässt eine Kommission nach einer Alternative zum BIP suchen.  

Wie eine Gesellschaft &quot;steuern&quot; will, darf also nicht nur von den quantifizierbaren Folgekosten abhängen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Martin: Ja, mein Argument bezieht sich nicht nur auf die Energiefrage. Das funktioniert auch mit anderen Beispielen. </p>
<p>Aber deinem Nachsatz &#8220;..solange und in dem Umfang, in dem ich nachweisen kann, dass eine bestimmte Art zu wirtschaften der Gesellschaft externe Folgekosten aufbürdet&#8221; kann ich nicht zustimmen: </p>
<p>Eine Gesellschaft, in der eine demokratische Entscheidung nur über monetär nachweisbare Argumente zustande kommen kann, ist für mich nicht wünschenswert. </p>
<p>Im Gegenteil &#8211; weltweit findet gerade eine m.E wichtige Debatte um &#8220;Happyness Economics&#8221; statt, die neue, nichtmonetäre Messparameter einfordert. Sogar Sarkozy lässt eine Kommission nach einer Alternative zum BIP suchen.  </p>
<p>Wie eine Gesellschaft &#8220;steuern&#8221; will, darf also nicht nur von den quantifizierbaren Folgekosten abhängen.</p>
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