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Hallowed be thy Name

16. Mai 2008

Ein wichtiges Stück meiner frühen Jugend, aber eigentlich keine Ahnung wieso ich heute wieder mal danach gegriffen habe: unfassbare Gitarrensoli, ein melodisches Riff nach dem anderen, grenzgenial auch die stimmliche Leistung Bruce Dickinsons, man achte nur ein bisschen bewusster auf den Übergang vom langsamen Beginn zum extrem kraftvollen Hauptteil. Metal der 80er Jahre auf höchstem Niveau – und wer sich dadurch musikalisch überfordert fühlt, der möchte sich vielleicht zumindest anhand der Lyrics ein Bild davon machen, dass hier auch inhaltlich Tiefgang geboten wird: es geht um die Gedanken, Reflexionen und letzten Hoffnungen eines Menschen unmittelbar vor dem Weg zum Galgen – ein nach wie vor aktuelles, wenn auch hoffentlich nicht für immer zeitloses Thema…

Im waiting in my cold cell when the bell begins to chime
Reflecting on my past life and it doesnt have much time
Cos at 5 o’clock they take me to the
gallows pole
The sands of time for me are running low

When the priest comes to read me the last rites
I take a look through the bars at the last sights
Of a world that has gone very wrong for me

Can it be theres some sort of error
Hard to stop the surmounting terror
Is it really the end not some crazy dream

Somebody please tell me that Im dreaming
Its not so easy to stop from screaming
But words escape me when I try to speak
Tears they flow but why am I crying
After all I am not afraid of dying
Dont believe that there is never an end

As the guards march me out to the courtyard
Someone calls from a cell God be with you
If theres a God then why has he let me die?

As I walk all my life drifts before me
And though the end is near Im not sorry
Catch my soul cos its willing to fly away

Mark my words please believe my soul lives on
Please dont worry now that I have gone
Ive gone beyond to see the truth

When you know that your time is close at hand
Maybe then youll begin to understand
Life down there is just a strange illusion.

Tja, Iron Maiden, in den guten alten Zeiten: genau Euch hat also ein nostalgisches Metalhead wie ich heute anscheinend gebraucht…

Wo ist der Chef?

18. März 2008

Da ich momentan vor allem anderen einfach nur sprachlos bin – es wird dem einen oder der anderen aufgefallen sein – überlasse ich die Beschreibung des kafkaesken Zustands österreichischer Politik doch einfach mal dem Schizo-Punk des Parlaments:

Wo bin ich hier?
Was tu ich hier?
Keiner ist da
und keiner sagt es mir.
Ich hoffe nur,
das ändert sich bald.
Wo ist der Chef dieser seltsamen Anstalt?

Die Türen versperrt,
die Läden dicht.
Einen Weg nach draußen
gibt es nicht.
Auf allen Schildern steht
“Vorsicht” und “Halt”
Wo ist der Chef dieser seltsamen Anstalt?

Die Räume leer,
die Gänge leer,
wo kommen verdammt
diese Schreie her?
Meine Augen schmerzen,
meine Schläfen sind kalt.
Wo ist der Chef dieser seltsamen Anstalt?

Die Wände sind weiß,
Die Böden sind blank,
warum liege ich hier,
ich bin doch nicht krank.
Nur mein Gesicht sieht
müde aus und alt.
Wo ist der Chef dieser seltsamen Anstalt?

Franz Morak, 1981.

Zappen am Tag der Frau.

9. März 2008

Gestern spätabends, ein nach einer unfassbar chaotischen 80 Stunden Woche vollkommen erschöpfter Familienvater sitzt auf der leeren Wohnzimmer-Couch… also mal sehen: auf 3sat diskutiert die immer grossartige Sandra Meischberger mit durchaus interessanten Gästen über ärztliche Kunstfehler, noja… jetzt eher nicht, auf dem ZDF Dokukanal findet ein “Feldzug gegen ein Tabu” statt, das Tabu ist die “Beschneidung” genannte Genitalverstümmelung junger Mädchen in vor allem Afrika und die diesbezügliche Aufklärungskampagne eine wie ich finde richtige und unterstützenswerte Sache… diese Menschenrechtsorganisation “Target”, die da dahinter steht sieht interessant aus, muss ich mir mal näher ansehen, aber ich bin zu müde dafür… daher kurz hinüber zum ZDF Theaterkanal… cool, da läuft ein Pink Konzert in der Londoner Wembley Arena“I’m not dead” musste ich mir sogar physisch kaufen und steht bei mir im Regal, solange der Titel auf mich zutreffen wird… die Frau ist ein Hammer, und ich mag sie rundherum sehr… aber ganz überzeugt bin ich noch nicht, dass ich mir nicht vielleicht doch etwas noch intellektuelleres reinzieh… Bayern Alpha vielleicht? Hier läuft “Zurück an den Herd kriegen die uns nicht”… eh nicht, wozu auch, wobei ich die engagierten Gewerkschafterinnen die da vor meinen Augen durch deutsche Werkshallen ziehen zu dieser Stunde jetzt auch nicht mehr wirklich verkrafte… aber moment Mal: Boxen im Zweiten! Sandi Tsagouris fügt der Titelverteidigerin im Federgewicht nach WIBF, Ina Menzer, zwar ein schweres Cut über dem rechten Auge zu, diese kann ihren Titel im Hauptkampf dieses ZDF Boxabends aber dennoch erfolgreich und letztlich klar verteidigen… und daher nun doch und endgültig zurück zur guten p!nk

…meine Güte… wenns nach mir ginge könnt man ja eigentlich alle Tage im Jahr zum Tag der Frau ausrufen…

Falco (gest. am 6. Feb. 1998)

1. Februar 2008

Bevor kommende Woche wieder alle Stereotypen über Dich plattgewalzt werden, erzählen wir Steuermänner und Heldinnen von heute den ganz jungen Römern anlässlich Deines 10. Todestags bereits jetzt mit gewiss auch kindischer Nostalgie mal von unserer 80er Jahre Jugend Mit Dir:

Nach der Party bei den Grünen ist mir doch dein Geist erschienen
Ich war ratlos, dachte bloß, wirst du mich wieder los,
dann zog sie ihn, sank er hin drei und vier

Nur mit dir – ungeheuer neues Feuer im Zweiklang
Mit dir – ab ans Ende aller Tage nur du, und ich
Ohne dich – kommt der Komet oder kommt er zuspät, frag nicht
Ob ich an sich – auch mal leben könnte ohne mich

Du bist so gestorben, wie Du gelebt hast, und so, wie Du sterben wolltest.

Und ich bin sicher: Du kannst auch ohne Dich leben.