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Mir dünkt, es stürmt und drängt.

17. März 2009

Sturm und Drang. Ein Schauspiel.
… im, nun ja, mittlerweite schon 2. Akt. Da bin ich also wieder. Zurück in der Zukunft, gewissermassen. In der Vergangenheit wars aber auch nicht schlecht. Johann Wolfgang von Goethe etwa gehörte ja irgendwie schon zu den Stürmern und Drängern, dann aber auch irgendwie wieder nicht, vielleicht weil er zu alt und weise wurde, unter anderem erteilte er mir zB folgenden anmutigen Rat:

Wer will denn alles gleich ergründen!
Sobald der Schnee schmilzt, wird sich’s finden.
Hier hilft nun weiter kein Bemühn!
Sind’s Rosen, nun, sie werden blühn.

However, mein 70er Jahre Testbild nervte mich langsam, und dann dachte ich, dann kannst Du auch gleich ganz umziehen, hab dann meinen alten Namen auch gleich an den Nagel gehängt und im alten Wohnzimmer hängen lassen. Bleibt also eigentlich nur, das neue Zimmer Zug um Zug mit neuem Leben zu erfüllen – ganz einfach indem ich hier bin und ab und zu was an die Wand schreibe.

Vielfältiger soll es jedenfalls werden. Politik? Ja klar, aber eher nicht zu tagesaktuell, sondern eher an Themen orientiert, die mich langfristig und nachhaltig interessieren, je nachdem was mir eben so über den Weg läuft. Demokratie, Grundrechte, Freiheitswerte sind immer wieder in neuem Licht zu überdenken, auch wenn das heute dann immer gleich so bedeutungsschwer klingt wie “Bildungszukunft” oder “Steuergerechtigkeit” oder “Migrationsströme” oder “Grundeinkommen”.

Und daneben auch vieles Andere: Kultur, Wissenschaft, Medien, Netz… so im groben. Wobei mein eigenes Lebensthema eben irgendwo diese geistigen Bastionen sind, die ich immer wieder wahrnehme oder wahrzunehmen glaube. Wo’s für mich besonders spannend wird, das ist eben immer dann, wenn etwas das wir gestern für geradezu selbstverständlich, vielleicht sogar “offensichtlich”, “logisch”, “eh kloar” gehalten haben heute entweder plötzlich oder auch graduell in ganz anderem Licht erscheint. Darüber möcht ich daher hier besonders gerne schreiben – denn auch meine irgendwo so zwischen alten Nazis, Kreisky, Tschernobyl, Ronald Reagan und Michael Gorbatschow sozialisierte Hippiebeamtenkindergeneration ist vor der geistigen Erstarrung alles andere als gefeit. Sie hat es sich aber noch verdammt wenig bewusst gemacht – aber wahrscheinlich ist sie damit vermutlich eh auch kein Jota weniger starrsinnig als alle vorangegangenen Generationen.

Ein paar Worte möchte ich zu meiner Gemütsverfassung verlieren, als ich letzten November nach einem Jahr Bloggen mein Testbild einlegte: zeitweise schien es mir wirklich vollkommen sinnlos zu sein, sich in irgendeiner Form an einem öffentlichen, “demokratischen” Diskurs beteiligen zu wollen. Der Staat, der nicht zu ändern ist macht eben auch etliche seiner wachesten Bürger zu solchen, die sich nicht mehr so recht bewegen mögen. Und der gelernte Österreicher ist ein Homo Oeconomicus und sagt sich kosten-nutzen-mässig eigentlich völlig realistisch und grundvernünftig: “Wozu auch – es bleibt ja eh alles beim alten.” Und dazu kommt: gerade die Politik ist heute etwas, an dem man als “einfacher”, sein eigenes Leben einigermassen erfolgreich meisternder “Bürger” gar nicht mehr so wirklich anstreifen will. Sie ist im Grunde schmutzig, peinlich, grotesk, unwürdig, so analysieren viele, mir durchaus nachvollziehbar. Ich sage: sie ist also all das, was viele ihrer Vertreter so gerne ebenso pauschal auf “die” Wirtschaft projizieren – das jeweils eigene Umfeld verändert die Wahrnehmung der jeweiligen “Aussenwelt” könnte man auch schlussfolgern…

Und dann wieder will ich eben kein solcher öder Realist sein, momentan noch keiner von Momos grauen Herren werden: wenn ich mich selbst ernst nehmen will, dann darf ich mir eben auch nicht “zu gut” sein. Was nämlich gar nicht geht ist Eigenverantwortung nur nörglerisch einzufordern und selbst in keiner Weise zu leben, heimlich über die Feigheit von Mächtigen zu schimpfen, aber selbst in keiner Weise mutig zu sein. Und daher orientiere ich mich eben auch nicht nur an Goethe, sondern zB auch an Erich Fried, zeitgenössischer (naja, ok, wir denken hier in grossen Dimensionen) Stürmer und Dränger auf die ihm eigene Art:

Wer will, daß die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, daß sie bleibt.

Meine Wahl08…

26. September 2008

… soll im Sinn des von Feuerhaken gestarteten Endorsement 08 auch kein Geheimnis bleiben. Ich entscheide mich für

diesmal-lifendorsement-08
Leider fehlt mir in einem für mich extrem stressigen September zwar einfach die Zeit, dies ähnlich ausführlich wie die Kolleginnen und Kollegen Feuerhaken, Helge, Oliver Ritter, the flowers are gone, Neitschy – lateral thinker, Lothar Ruttner, Zwischenrufer, Tom Schaffer, Tyndra, Flaneur, Rigardi, Kellerabteil, Andreas Lindinger und Franz Joseph zu begründen, aber was solls: That’s just my decision, stupid. (Linklist via)

Man muss ja auch nicht immer so schwafeln wie in Es reicht. Diesmal Grün, mit dem ich zu Beginn des Wahlkampfs in den von Christoph Chorherr initiierten grünen Blogstorm gestolpert bin und meinen Dampf abgelassen hab, der es dann in der von Jutta Reichenpfader illustrierten Form bis in die Abendnachrichten des mit Abstand besten ORF Journalisten geschafft hat.

Das hat Spass gemacht. Noch mehr Spass gemacht hat aber unterm Strich, dass es Heide Schmidt mit einem personell erneuerten und dicht aufgestellten Liberalen Forum heuer nocheinmal wissen will. Wissen will nämlich, ob es trotz heftigem Gegenwind vielleicht doch möglich ist, in diesem Land eine ungeteilt und im besten und menschenfreundlichsten Sinn des Wortes “liberale” Kraft zu positionieren. Es ist die vermutlich für lange Zeit wirklich letzte Chance dafür.

Übrigens: Ginge es nach der Meinung der geschätzten oben genannten Blogger und mir, dann würde es derzeit gar keine Partei ausser den Liberalen und den Grünen ins österreichische Parlament schaffen. Ich würde in so einem Österreich trotzdem dabei bleiben und den Damen und Herren von Rot, Schwarz, Blau und Orange dann gerne und “generös” die 4%-Hürde abschaffen wollen.

Denn ich finde, wirklich jeder sollte in diesem Land seine Chance haben. Und damit ist es mir vollkommen ernst.

Mmh.

6. Juni 2008

liberalinaustria scheint nun nach einer Art Rückzug auf Raten möglicherweise endgültig down und sogar gelöscht worden zu sein…

liberalinaustria-deleted

schade, wenn ein weiterer Versuch dieses Land mit – nach meinem Geschmack nicht immer liberalem, aber doch ehrlich liberal-seien-wollendem und jedenfalls interessantem Gedankengut zu konfrontieren, einfach so von der Bildfläche verschwindet. Unter http://liberalweekend.wordpress.com/ finde ich zwar noch ein nicht mehr ganz taufrisches Fragment, aber das scheint eher ein ungewolltes Überbleibsel zu sein…

Weiss jemand mehr dazu als ich derzeit extrem Uninformierter?

Ich plädiere jedenfalls mal dafür, den Content im Sinne der Wichtigkeit Waldmanscher Permanenz (Erkenntnis via Helge) unter der alten Adresse online zu lassen.

Dieses Stöckchen

29. Februar 2008

nehme ich doch gerne auf – zumal es mir Gelegenheit bietet trotz akuten Zeitmangels auch hier festzuhalten, dass es diesen Kalendertag, den es eigentlich gar nicht gibt, im Jahr 2008 doch mal wieder gegeben hat. Das Stöckchen: es kommt vom ja eigentlich gar nicht immer so blöden Tom. Und jetzt ist wie er meint das wichtigste: kein Spielverderber sein. Die sozial gar nicht so uninteressante Aufgabe lautet wie folgt:

Nimm das nächst liegende Buch.
Schlage es auf Seite 123 auf.
Notiere die Sätze 6 – 8 in dein Blog!
Bitte 5 Blogger, das Gleiche zu tun.

Motto also: Bunter Blogger Abend, wer sind wir eigentlich? Aber ehrlich sein! OK. Ich schaue mich um, die nächsten Bücher stehen neben mir auf dem Fensterbrett und da sind natürlich die vielen Software Dinge, von denen jetzt vermutlich nicht viele meiner Leser eine Ahnung haben, andererseits, die Sätze 6-8 auf Seite 123 des wirklich genialen Buches Java Persistence with Hibernate, das mir da sofort ins Auge sticht sind erstaunlicherweise gar nicht so übel, finde ich:

Any Object Relational Mapping Solution should provide a human-readable, easily hand-editable mapping format, not just a GUI mapping tool. Currently, the most popular object/relational metadata format is XML. Mapping documents written in and with XML are lightweight, human readable, easily manipulated by version control systems and text editors, and they can be customized at deployment time (or even at run-time, with programmatic XML generation).

Bumm, das eignet sich ja schon fast als ein kleines Mini Manifest eines Pragmatic Programmers. Cool.

Nun kam also nach tina > odradek > rebell.tv > kellerabteil > rigardi.org > Zur Politik auch Martin Schimak dran und weiter gehts somit zu meinen Opfern:

bruckner, helge, laurenzennser, sorry meine Guten, weiters quäl ich doch einfach mal den freundlichen Herrn, der mir echt gut die USA erklärt und der ja eigentlich absolut Sinn für programmierkundige Leser der Sorte “Duh!” hat – gleich mal sehen, ob er Backlinks checkt – und, ja, ich probier halt einfach mal, wieviel Zeit mein Lieblingspolitiker und Lieblingsopfer Christoph Chorherr für echten Unsinn wie diesen hat.

Gespannt wie ein Pfitschipfeil.

Der Wolf bloggt weiter.

23. Februar 2008

Nachdem das Moderatorentagebuch der ZIB2 vor kurzem vollkommen unangekündigt und kurz nach einem doch recht kritischen Beitrag von Armin Wolf inklusive aller alten Beiträge komplett offline genommen wurde, wurde schon gemutmasst, es könnte hierfür auch “andere” Gründe geben, als sie dem öffentlich-rechtlichen, unabhängig seien sollenden ORF so wirklich gut zu Gesicht stünden.

Dementsprechend verunsicherte Kommentare habe ich nicht nur hier, sondern auch auf helge.at und zurpolitik.com wahrgenommen.

In einer Stellungnahme gegenüber dem Standard hatte Armin Wolf am 18. Februar gemeint, dass “die Nutzung in keinem Verhältnis zum Aufwand” gestanden sei. Einen besser präsentierten Redaktionsblog der “ZiB 2″ könne er sich aber vorstellen.

Und nun bekomme ich 8 Tage nach Einstellung des Blogs ein sehr freundliches Mail des ZIB2 Sendungsverantwortlichen Wolfgang Wagner, in dem er nicht nur mir, sondern allen interessierten “Usern des früheren Moderatorentagebuchs” ankündigt, dass es bereits am kommenden Montag ein Comeback geben wird – besser verlinkt und inklusive aller alten Einträge. Alle Spekulationen, das Tagebuch sei vom Netz genommen worden, weil es zu kritisch gewesen sei, seien falsch. Und weiter:

Leider war die Vorgangsweise unglücklich, weil das Tagebuch kommentarlos verschwand. Das lag zwar nicht in meinem Bereich, trotzdem möchte ich mich bei Ihnen dafür entschuldigen.

Entschuldigung gerne angenommen, Herr Wagner. Und ich denke, dass ich meine Freude darüber, dass sich der ORF und insbesondere die ZIB2 so rasch bewegt, wenn es nur entsprechendes Feedback gibt, hier mit anderen Fans des Moderatorentagebuchs teilen darf. Wenn Ihr Wolf auf dem neuen Blog weiterhin so erfrischend kritisch sein darf und in Zukunft vielleicht sogar Kommentare zugelassen werden, ich bin mir sicher, er hätte das Zeug binnen kürzester Zeit zu einem österreichischem Topblogger aufzusteigen. Sein Old-Media-Promi-Bonus sei ihm dabei von Herzen gegönnt… er hat sich diesen mit viel Mut ganz zu Recht erarbeitet.