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	<title>Brainstorming the Bastille &#187; Politik</title>
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	<description>Brainstorming the Bastille</description>
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		<title>Gegen den Zynismus.</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 10:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weil ich eine recht schweigsame Zeit habe möcht ich jemand anders sprechen lassen. Einige der größten Wissenschaftler und Philosophen, die die Menschheit hervorgebracht hat wurden auf österreichischem Boden geboren &#8211; wenngleich sie im späteren Leben des öfteren mal das Weite gesucht haben &#8211; oder suchen mussten. So auch Karl Popper, der das Land 1937 Richtung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil ich eine recht schweigsame Zeit habe möcht ich jemand anders sprechen lassen. Einige der größten Wissenschaftler und Philosophen, die die Menschheit hervorgebracht hat wurden auf österreichischem Boden geboren &#8211; wenngleich sie im späteren Leben des öfteren mal das Weite gesucht haben &#8211; oder suchen mussten. So auch Karl Popper, der das Land 1937 Richtung Neuseeland verließ: &#8220;Popper musste seine Familie, die damals kranke Mutter, seine Schwester, Onkel, Tanten und Nichten zurücklassen. Sechzehn Familienangehörige wurden bis 1945 von den Nationalsozialisten ermordet.&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper">Wikipedia</a>)</p>
<p><img width="500" height="494" src="http://martin.schimak.at/wp-content/uploads/2011/02/Karl_Popper.jpg"/><br />
<span style="font-size: 8pt">Karl Popper im Jahr 1990 (Public Domain <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Karl_Popper2.jpg">Picture</a> der <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page">Wikimedia Commons</a>)</span></p>
<p>Hier ein paar &#8211; für mich höchst aktuell und provokant gebliebene &#8211; Passagen aus einer 25 Jahre alten Rede, mit der er sich <strong>&#8220;Gegen den Zynismus in der Interpretation der Geschichte&#8221;</strong> wandte (Textauszüge übernommen von <a href="http://www.helmut-zenz.de/hzpopper.htm">Helmut Zenz</a>):</p>
<blockquote><p><strong>Die zynische Geschichtsauffassung sagt, daß es &#8211; in der Geschichte, wie auch überhaupt &#8211; immer nur die Gier ist, die regiert</strong>: die Habsucht, die Geldgier, das Gold, das Öl, die Macht. So war es, sagt der Zyniker, und so wird es wohl immer sein; es ist so in der Despotie, und in der Demokratie ist es nicht viel anders &#8211; nur daß in der Demokratie die Heuchelei womöglich noch ärger ist. Ich halte diese Lehre nicht nur für falsch, sondern auch für unverantwortlich, gerade weil ein gewisse Plausibilität für sie zu sprechen scheint. Und ich halte es für eine dringende Aufgabe, sie zu bekämpfen.</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Ich bin Optimist, der nichts über die Zukunft weiß, und der daher keine Voraussagen macht.</strong> Ich behaupte, daß wir einen ganz scharfen Schnitt machen müssen zwischen der Gegenwart, die wir beurteilen können und sollen, und der Zukunft, die weit offen ist und von uns beeinflußt werden kann. Wir haben deshalb die moralische Pflicht, der Zukunft ganz anders gegenüber zu stehen, als wenn sie etwa eine Verlängerung der Vergangenheit und Gegenwart wäre. Die offene Zukunft enthält unabsehbare und moralisch gänzlich verschiedene Möglichkeiten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ich muß die Hauptpunkte meines Optimismus sofort näher erklären: </p>
<p>1. Ich wiederhole noch einmal: Mein Optimismus bezieht sich ausschließlich auf die Gegenwart und nicht auf die Zukunft. Ich glaube nicht, daß es so etwas gibt wie ein Gesetz des Fortschritts. Es gibt das nicht einmal in der Wissenschaft; auch nicht in der Technik. Der Fortschritt kann nicht einmal als wahrscheinlich bezeichnet werden. </p>
<p>2. Ich behaupte, daß wir im Westen gegenwärtig in der besten sozialen Welt leben, die es je gegeben hat &#8211; und zwar trotz des Hochverrates der meisten Intellektuellen, die eine neue Religion verkünden, eine pessimistische Religion, dergemäß wir in einer moralischen Hölle leben und an physischer und moralischer Verschmutzung zugrundegehen. </p>
<p>3. Ich behaupte, daß diese pessimistische Religion nicht nur eine krasse Lüge ist, sondern daß es nie vorher eine Gesellschaft gegeben hat, die so reformfreudig war wie unsere &#8230; </p>
<p>4. Diese Reformfreudigkeit ist das Resultat einer neuen ethischen Opferbereitschaft, &#8230;</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Was die Zukunft betrifft, so sollen wir also nicht versuchen zu prophezeihen, sondern nur versuchen, moralisch und verantwortlich zu handeln.</strong> Das macht es aber zur Pflicht, daß wir lernen, die Gegenwart richtig zu sehen und nicht durch die farbige Brille einer Ideologie. &#8230; </p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Die politische Freiheit &#8211; Freiheit von Despotie &#8211; ist der wichtigste aller politischen Werte. </strong> Und wir müssen immer bereit sein, für die politische Freiheit zu kämpfen. Die Freiheit kann immer verloren werden. Wir dürfen nie die Hände in den Schoß legen im Bewußtsein, daß sie gesichert ist. Die politische Freiheit ist eine Voraussetzung unserer persönlichen Verantwortlichkeit, unserer Menschlichkeit: Jeder Versuch, einen Schritt zu einer besseren Welt zu machen, zu einer besseren Zukunft, muß von dem Grundwert der Freiheit geleitet sein.</p></blockquote>
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		<title>Meine Kanzler. Gefühlt.</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 13:44:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kanzler]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich bin ich ja gar kein Kulturpessimist oder so was. Und dann gibt es da Dinge, von denen ich einfach höchst subjektiv der Meinung bin, dass sie gefühlt immer schlechter werden. Mit dazu gehört das &#8220;politische Personal&#8221; im allgemeinen, aber weil es leichter ist das an Personen festzumachen, hab ich mich schnell hingesetzt und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich bin ich ja gar kein Kulturpessimist oder so was. Und dann gibt es da Dinge, von denen ich einfach höchst subjektiv der Meinung bin, dass sie gefühlt immer schlechter werden. Mit dazu gehört das &#8220;politische Personal&#8221; im allgemeinen, aber weil es leichter ist das an Personen festzumachen, hab ich mich schnell hingesetzt und die Kanzler der Republik Österreich, die ich in meinem gar nicht mehr so kurzen Leben bisher &#8220;live&#8221; erleben durfte höchst subjektiv &#8220;bewertet&#8221;: wie nah war der jeweilige Kanzler (Frauen waren ja bisher leider keine dabei) am gefühlten Idealbild der Jobdescription eines Kanzlers?</p>
<p><img width="500" height="253" src="http://martin.schimak.at/wp-content/uploads/2010/11/kanzler.png"/></p>
<p>Werd ich alt? Sicher, allerdings bin ich mit diesem Schicksal ja nicht ganz allein. Mich würde daher sehr interessieren, wie Ihr diese sieben Personen und ihre Eignung fürs Amt beurteilt &#8211; so weit ihr sie nicht mehr direkt erlebt habt zieht eben alles heran, was ihr so über sie wisst oder erzählt bekommen habt. Wenn ich Rückmeldungen bekomme (brauche zu jedem Namen einen Prozentsatz!) mach ich nochmal eine Grafik, aus der wir herauslesen können, ob nur ich alt werde oder ob wir alle die Vergangenheit verklären &#8211; oder vielleicht doch ganz realistisch sehen?</p>
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		<title>Politikpodcast #wien2010: Lessons learned?</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 07:24:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über zwei Dinge sind Nattl, Susanne, Gerald, Max und ich uns nach unserem Wien-Wahl-Politikpodcast-Marathon von gestern Sonntag ganz sicher einig: 1. es hat sehr viel Spass gemacht, 2. es war auch ganz schön anstrengend  &#8211; und gegen Ende ist mir das Hirn dann schon etwas stehengeblieben. Wer sich unser Machwerk wirklich zeitversetzt anschauen möchte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über zwei Dinge sind <a href="http://www.nattl.at/2010/10/es-muss-sich-was-andern/">Nattl</a>, <a href="http://thesandworm.wordpress.com/">Susanne</a>, <a href="http://www.baeck.at/blog/2010/10/11/ppcast-resuemee/">Gerald</a>, <a href="http://wissenbelastet.com/2010/10/09/wienwahl-live-politikpodcast-am-10-10-10-um-1630/">Max</a> und ich uns nach unserem Wien-Wahl-Politikpodcast-Marathon von gestern Sonntag ganz sicher einig: 1. es hat sehr viel Spass gemacht, 2. es war auch ganz schön anstrengend  &#8211; und gegen Ende ist mir das Hirn dann schon etwas stehengeblieben. Wer sich unser Machwerk wirklich zeitversetzt anschauen möchte, der kann das gerne tun, sollte sich vorsorglich aber einen knappen Tag dafür reservieren! <img src='http://martin.schimak.at/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><object width="500" height="374" id="_player" name="_player" data="http://releases.flowplayer.org/swf/flowplayer-3.2.4.swf" type="application/x-shockwave-flash"><param name="movie" value="http://releases.flowplayer.org/swf/flowplayer-3.2.4.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="flashvars" value='config={"clip":{"url":"podcast_10_10_10","provider":"aws","autoPlay":false},"plugins":{"aws":{"url":"http://releases.flowplayer.org/swf/flowplayer.rtmp-3.2.3.swf","netConnectionUrl":"rtmp://s3o5swz0dbf19d.cloudfront.net/cfx/st"}}}' /></object></p>
<p>Die Frage die für mich heute bleibt, und die ich gerne hier stellen würde: was hat gut gefallen &#8211; und viel wichtiger: was haben wir schlecht gemacht? Mir ist vor allem ein Punkt &#8211; leider zu spät &#8211; aufgefallen: wir hatten vor allem in den ersten zwei bis drei Stunden unheimlich viele Besucherinnen und Besucher vor Ort und hätten diese noch viel aktiver auffordern sollen, sich in die Diskussion einzumischen. Das würde ich &#8220;nächstes Mal&#8221; gerne besser machen. Vielen, vielen Dank, dass Ihr da gewesen seid, ihr wart unheimlich wertvolle <del datetime="2010-10-11T06:54:11+00:00">Deko</del> <ins datetime="2010-10-11T07:16:57+00:00">moralische Unterstützung</ins> für uns!</p>
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		<title>Brauchen wir diesen Mann in der Hofburg?</title>
		<link>http://martin.schimak.at/2010/03/brauchen-wir-diesen-mann-in-der-hofburg/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 08:15:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute bin ich beim offiziellen Wahlkampfauftakt des amtierenden Bundespräsidenten und danach wohl noch ein bissl am Badeschiff. Wer noch?
Heinz Fischer will es also noch einmal wissen: er will &#8220;es&#8221; noch einmal werden. Aber wozu genau brauchen wir &#8220;es&#8221; eigentlich überhaupt? Brauchen wir einen Bundespräsidenten? Und wenn wir dieses Amt wirklich brauchen sollten, muss es dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bin ich beim offiziellen <a href="http://www.heinzfischer.at/news/morgen-geht%E2%80%99s-los">Wahlkampfauftakt</a> des amtierenden Bundespräsidenten und danach wohl noch ein bissl am <a href="http://heifi2010.at/2010/03/19/23-3-leinen-los-fur-heifi2010/">Badeschiff</a>. Wer noch?</p>
<p>Heinz Fischer will es also noch einmal wissen: er will &#8220;es&#8221; noch einmal werden. Aber wozu genau brauchen wir &#8220;es&#8221; eigentlich überhaupt? Brauchen wir einen Bundespräsidenten? Und wenn wir dieses Amt wirklich brauchen sollten, muss es dann ausgerechnet so eine &#8220;Schlaftablette&#8221; wie Fischer sein?</p>
<p><img src="http://martin.schimak.at/wp-content/uploads/2010/03/mann_der_in_der_hofburg.png"/></p>
<p><strong>&#8220;Unser Handeln braucht Werte&#8221;</strong> steht auf seinen Plakaten. Das finde ich auch. Wenngleich damit ja noch nichts darüber ausgesagt wird, welche Werte genau gemeint sind&#8230; und klar spielt der Slogan des aussichtsreichsten Kandidaten, der es fast allen irgendwie recht machen muss, mit ebendieser Unklarheit. Jeder kann seine eigenen Werte in diesen Slogan hineinlegen, ohne dass das dem Wähler oder dem Kandidaten wehtun könnte. </p>
<p>Im Fall einer Bundespräsidentenwahl halte ich den Slogan aber für ganz gut gewählt. Wahr ist doch: wir brauchen Politiker, die &#8220;irgendetwas&#8221; wollen. Und dabei ist zunächst mal gar nicht so wichtig, was genau sie wollen. Österreichische Wählerinnen und Wähler wären durchaus schon glücklich, wenn die überhaupt mal &#8220;etwas&#8221; Erkennbares wollen würden. Allerdings dann doch mit einer wichtigen Einschränkung: dieses &#8220;etwas&#8221; darf nicht ausschliesslich die eigene Karriere und der eigene persönliche Vorteil sein. Politiker, die meine Stimme haben wollen müssen eine Grundvoraussetzung erfüllen: der Zweck (wiedergewählt zu werden) darf nicht die Mittel (jedes beliebige Argument) &#8220;heiligen&#8221;. Dafür steht dieser Slogan: <strong>&#8220;Unser Handeln braucht Werte&#8221;</strong>.</p>
<p>Und dann gibt es da natürlich ein paar politische (Grund-)werte, die alle Politiker teilen sollten, damit wir uns den Boden auf dem wir stehen nicht schon bald wieder unter den eigenen Füssen wegziehen: Entscheidungen müssen vorhersehbar sein, also auf Basis von Regeln fallen (<em>Rechtsstaatlichkeit</em>). Über die Gestaltung dieser Regeln muss das Volk das letzte Wort haben (<em>Demokratie</em>). Die Mehrheit darf aber über unbedingt garantierte Freiräume von einzelnen Menschen und Minderheiten nicht so &#8220;mir nichts dir nichts&#8221; drüberfahren (<em>Grundrechte</em>). Auch dafür steht dieser Slogan.</p>
<p>Sein Augenmerk als Wähler auf genau solche Grundwerte zu richten ist im Fall einer Wahl zum Amt des Bundespräsidenten besonders wichtig. Denn im Gegensatz zum geschätzten Herrn Bäck und vielen ähnlich denkenden Bürgerinnen und Bürgern, die im Bundespräsidenten eine Art lebendes Wappen zum Zwecke der würdevollen Durchführung von Kranzniederlegungen sehen, ist dieses Amt mitnichten <a href="http://www.baeck.at/blog/2010/03/04/diesmal-heinz-fischer/">zu unnötig für eine persönliche, direkte Wahl</a>. Viel wichtiger als Neujahrsreden oder das Protokoll beim Empfang ausländischer Staatsoberhäupter ist, dass der Bundespräsident im Fall einer schwerwiegenden Verfassungskrise unsere <strong>allerletzte Karte</strong> ist: der &#8220;Sküs&#8221;, der alle anderen sticht.</p>
<p><center><img src="http://www.martinvacha.com/tarock/trull.jpg"/></center></p>
<p>Damit meine ich nicht, dass wir uns von Heinz Fischer erwarten sollten, dass er zB die nächste FPÖ Regierungsbeteiligung &#8220;verhindert&#8221;. Nein, darum gehts gar nicht, das österreichische Volk wird und soll schon genau die Regierung bekommen, die es sich wählt und ergo auch <em>verdient</em>. </p>
<p>Solange sich diese Regierungen an alle demokratischen Grundspielregeln halten. Sollte nämlich eines Tages irgendjemand den Boden dieser Grundspielregeln verlassen, dann brauchen wir in genau diesem Moment einen Bundespräsidenten, der verstanden hat, dass die historische Stunde geschlagen hat, in der er verpflichtet ist &#8220;aufzuwachen&#8221; und von all seiner normalerweise nur &#8220;theoretischen&#8221; Machtfülle auch Gebrauch zu machen: er kann die gesamte <strong>Regierung entlassen</strong>, das Parlament auflösen und <strong>Neuwahlen ausschreiben</strong>, im Extremfall sogar per <strong>Notverordnungen</strong> selbst regieren. Und er ist für sein Handeln nur dem Volk &#8211; direkt &#8211;  verantwortlich. Nur das Volk kann ihn &#8211; direkt, per Volksabstimmung &#8211; absetzen. Sicher: sollte dieses Volk eines Tages den nächsten starken Mann wollen und seine eigene &#8220;Volksherrschaft&#8221;, unsere Demokratie, nicht mehr schätzen können, dann wird das auch der Bundespräsident nicht verhindern können. Aber was er verhindern kann, ist, dass in einer dunklen Stunde ein paar emporgekommene Scharlatane im Handstreich etwas &#8220;schaffen&#8221;, das niemand will und niemand wollte. Darum gehts in einer Verfassung der &#8220;Checks and Balances&#8221;. Und ich bin überzeugt, dass Heinz Fischer eine Persönlichkeit ist, die solche politischen Grundfragen verstanden hat.</p>
<p>Übrigens, weils grad mehr oder weniger passt: wie sehr manchen Vertretern konservativer Werte ihr eigenes Wertegerüst wegzubrechen scheint stellt Andreas Unterberger unlängst in seinem &#8220;nicht ganz unpolitischen Tagebuch&#8221; eindrucksvoll unter Beweis. Langatmig referiert er, warum gleichermassen Rosenkranz wie Fischer beide <a href="http://www.andreas-unterberger.at/2010/03/nicht-wahlbar/">nicht wählbar</a> seien. Unter anderem kämen sie beide <strong>nicht aus der geistigen Mitte Österreichs</strong>, hätten sie beide <strong>nicht dieselben kulturellen Wurzeln wie die Mehrheit der Österreicher</strong>, weil sie beide <strong>nicht Mitglied einer Glaubensgemeinschaft</strong> seien. Gehts noch? Wie blind kann (Sozialisten-)Hass eigentlich machen, wenn man nicht mal mehr den Unterschied zwischen dem notorisch abwägenden Demokraten Heinz Fischer und der notorisch nach rechtsaussen schielenden Rosenkranz erkennen kann? Auf welche Werte ist man in den Kreisen von Herrn Unterberger noch bereit zu verzichten, nur damits kein &#8220;Sozi&#8221; wird? Der Zweck des Sozialistenbashings &#8220;heiligt&#8221; dort &#8211; wo die Mitte Österreichs am Tag der Bundespräsidentenwahl genau nicht sein wird &#8211; anscheinend schon fast alle Mittel.</p>
<p><span style="float:right; font-size: 9px"><img src="http://www.oliverschopf.com/img/archive/archiv_pol_kar/oesterreich/klestil/klestil_schuessel_wm.jpg"/><br/><center>&copy; &amp; Credits <a href="http://www.oliverschopf.com">Oliver Schopf</a> &#8211; ThankU!</center></span></p>
<p>Und apropos &#8220;Mittel&#8221;: dass Fischer vielleicht tatsächlich ein &#8220;Schlafmittel&#8221; sein mag, einer, der keinen einzigen Satz ohne hundertfache Abwägung, Vorsicht und Rücksicht zu formulieren imstande ist, ja, das &#8220;verzeihe&#8221; ich ihm aber gerne. Die &#8220;letzte Karte Bundespräsident&#8221; wird im Idealfall nie, realistisch vielleicht einmal alle 50 bis 100 Jahre &#8220;ausgespielt&#8221;. Dafür benötigt es erfahrene Persönlichkeiten, die sich in gut bezahlter Untätigkeit bescheiden können. Es gibt wenig Unerquicklicheres als (hyper)&#8221;aktive&#8221; Bundespräsidenten, die unheimlich &#8220;wichtig&#8221; sind und sich mit markigen Statements und Auftritten selbst inszenieren. Wir hatten das auch schon durch&#8230;</p>
<p>Ähnlich leicht getan hätte ich mir mit einer Empfehlung zB für den schwarzen <strong>Alois Mock</strong>, die liberale <strong>Heide Schmidt</strong>, den grünen <strong>Alexander van der Bellen</strong>: Menschen, die sich nicht mehr &#8220;profilieren&#8221; und entsprechend &#8220;aktiv&#8221; sein müssen, die im Lauf ihres politischen Lebens unter Beweis gestellt haben, dass der Zweck wiedergewählt zu werden nicht jedes politische Mittel rechtfertigt, dass sie tatsächlich &#8220;wertorientiert&#8221; handeln. Und während z.B. Werner Faymann seinen Kredit bei mir schon vor seiner Angelobung zum Bundeskanzler verspielt hatte, wird Heinz Fischer zum zweiten Mal meine Stimme bekommen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zersplittert die Parteienlandschaft.</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 14:32:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Schimak</dc:creator>
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		<description><![CDATA[40 Jahre lang gab es &#8211; man weiss es heute kaum noch &#8211; auch in der DDR Wahlen. Freilich: Wahlen unter Ulbricht und Honecker waren eine Farce &#8211; und alle wussten es. Die Untertanen hatten lediglich die von der SED abgesegnete Einheitsliste der Kandidaten zu bestätigen, sonst nichts. Offiziell lagen die Ergebnisse der Parteibonzen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>40 Jahre lang gab es &#8211; man weiss es heute kaum noch &#8211; auch in der DDR Wahlen. Freilich: Wahlen unter Ulbricht und Honecker waren eine Farce &#8211; und alle wussten es. Die Untertanen hatten lediglich die von der SED abgesegnete Einheitsliste der Kandidaten zu bestätigen, sonst nichts. Offiziell lagen die Ergebnisse der Parteibonzen und ihrer Günstlinge stets über 98 Prozent. Aber, die Frage sei erlaubt: ist es heute eigentlich wirklich gar so viel anders als damals?</p>
<p><img src="http://farm1.static.flickr.com/184/424117419_978531f5b1.jpg"/><br />
<span style="font-size: 9px">(Foto Credits to <a href="http://www.flickr.com/photos/kaptainkobold/424117419/">kaptainkobold</a> according Creative Commons <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en">BY-NC-SA 2.0</a>)</span></p>
<p>Der wesentlichste Punkt von allen ist ganz anders als damals. Geht man nach der (mich überzeugenden) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Gesellschaft">Popper&#8217;schen Definition</a> von Demokratie als jener Staats- bzw besser Regierungsform, in der die Möglichkeit besteht, die <strong>Regierung gewaltfrei abzuwählen</strong>, dann ist auch klar: wir haben heute eine Demokratie. Und das einzige was die Deutsche &#8220;Demokratische&#8221; Republik mit einer solchen gemein hatte war die (vollständig missbräuchliche) Verwendung des Begriffs &#8220;Demokratie&#8221; in ihrem Namen.</p>
<p>Blickt man dann allerdings etwas mehr in die Tiefe unseres demokratischen Parteiensystems und fragt nach der demokratischen Qualität, die wir im sozusagen gerade eben noch monarchistisch, dann zwischendurch faschistisch geprägt gewesenen Österreich bis dato erreicht haben, dann lohnt der Vergleich mit den von der SED vorabgesegneten Kandidatenlisten wieder mehr. Zumindest, weil er vielleicht zum Aufrütteln geeignet ist: was machen wir denn wirklich mehr als die vorbestimmten Kandidatenlisten der Parteien am Wahltag noch zu bestätigen?</p>
<p>Aber kann man nicht auch diese überkritisch anmutende Frage ganz leicht wieder entkräften? Wir gewichten doch vor allem die Stärken der zur Wahl stehenden Listen untereinander! Und haben &#8220;wir&#8221; &#8211; das Volk, von dem doch laut Verfassung &#8220;alles Recht ausgeht&#8221; &#8211; damit nicht ohnehin das letzte Wort darüber, wem genau wir die Macht im Staat &#8211; schön zeitlich befristet &#8211; überlassen? Das Problem dabei: <strong>ja</strong> wir haben zwar das letzte Wort im Popper&#8217;schen Sinne &#8211; eine sich als völlig unfähig oder offen korrupt entpuppende Regierung könnten wir unblutig wieder loswerden &#8211; und gleichzeitig doch <strong>nein</strong>: sehr viel darüberhinaus haben wir nämlich nicht. Insbesondere haben &#8220;wir&#8221; &#8211; meine These &#8211; keine Politik, die in &#8220;unserem&#8221; Sinn &#8211; im Sinn einer Mehrheit von uns &#8211; agiert. Und zwar haben wir immer weniger davon, haben es immer seltener. Da ist ein neuer Faktor im Spiel, etwas das nicht &#8220;bedauerlicherweise halt immer schon so war&#8221;. Ein Faktor, der auch recht wenig mit einer Verschwörung der &#8220;internationalen Kapitalinteressen&#8221; oder der &#8220;multinationalen Konzerne&#8221; oder sonstiger vorzugsweise im Dunkeln agierender Mächte zu tun hat.</p>
<p><strong>Der neue Faktor ist die enorm ansteigende und im 21. Jahrhundert ein kritisches Mass übersteigende Komplexität und Vielfalt unserer menschlichen Gesellschaft.</strong></p>
<p>Was daran zunächst so schwierig zu begreifen ist: &#8220;Vielfalt&#8221; ist so ein schwammiger, ein für fast alles missbrauchbarer Begriff, was bitte soll nun so anders sein als früher, was genau ändert sich? <strong>Was sich ändert ist, dass unsere Interessen zunehmend nicht mehr entlang einiger weniger politischer Linien verlaufen.</strong> Wer &#8220;gestern&#8221; &#8211; im 20. Jahrhundert &#8211; die Roten wählte, der tat das weil er sich in einer industriell geprägten Welt der Arbeiterschicht zugehörig fühlte. Und 90% seiner fundamentalen LebensInteressen wurden durch die entsprechende Stimme auch in Politik kanalisiert, die in seinem Sinn war, in seinem Sinn sein musste. Wer heute die Roten wählt, der tut dies vielleicht weil er es a. gestern ja auch noch tat und b. die Roten zB für wertgesicherte Pensionen eintreten. Er fürchtet sich vielleicht aber gleichzeitig davor, dass dieselben Roten ihm via neuer Vermögenssteuern einen Teil seines mühsam angesparten und doch schlussendlich durchaus stattlichen Kleinvermögens anzapfen werden. Wer heute die Schwarzen wählt, der tut dies vielleicht, weil er sich als Kleinunternehmer einer von 90% Arbeitnehmern unverstandenen Minderheit zugehörig fühlt. Er schüttelt vielleicht aber gleichzeitig den Kopf über den Umgang derselben Schwarzen mit den Rechten von Schwulen und Lesben, die ihm persönlich, der er mit einem so verstandenen Christentum schon lange nichts mehr am Hut hat, doch eigentlich das Selbstverständlichste der Welt wären.</p>
<p>Am Wahltag darf jede Bürgerin und jeder Bürger des Landes <strong>ein einziges schwarzes Kreuz auf weisses Papier</strong> machen. Damit soll sie, soll er dann das eigene politische Wollen ausdrücken. Doch das geht schlicht und einfach nicht mehr. Und es geht immer weniger. Es gäbe theoretisch tausend Themen, die zu berücksichtigen wären. Am Ende reiben sich die Parteien aneinander auf, tauschen regelmässig viel mehr wechselnde Wähler miteinander aus als dies im Gesamtergebnis sichtbar werden würde. Kein Nullsummenspiel, aber nach dem Motto: Verlierst Du ein paar für den einen Topfen, verlier ich dafür ein paar für den anderen Quargel. Dass am Wahltag über das politische Wollen der Bevölkerung entschieden wird ist denkunmöglich, ebensowenig wie auch nicht über die politische Zukunft von 90% aller zur Wahl antretenden Politikerinnen und Politiker entschieden wird. Denn die mussten sich ihre Mandate ja bereits lange vorher sichern. Was die Wähler am Wahltag tun ist da ziemlich egal. Und die politischen Inhalte: müssen sich die Politiker, nachdem sie sich mit ein paar verschobenen Mandaten arrangiert haben auch selber stricken &#8211; und dabei freilich möglichst oft den völlig klar erkennbaren &#8220;Wählerwillen&#8221; für sich reklamieren. Wichtigste Leitlinie der Spin Doktoren: nie für irgendwas sein, für das schon ein anderer ist &#8211; da kann man sich am Wählermarkt nämlich nicht entsprechend unterscheidbar darstellen.</p>
<p>Und dann kommt die Zeit zwischen zwei solchen schwarzen Kreuzen auf weissem Grund: fünf Jahre vorprogrammierter Stillstand. Der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher nannte dies im Rahmen eines <a href="http://www.parlament.gv.at/PG/PR/JAHR_2009/PK0932/PK0932.shtml">Parlamentssymposions über Persönlichkeitsorientierung im Wahlsystem</a> unlängst die <strong>Mikadopolitik</strong>: <strong>&#8220;Wer sich bewegt, ist tot&#8221;.</strong></p>
<p>Ich stelle jetzt mal ein paar beispielhafte Behauptungen auf: ich behaupte &#8220;wir&#8221; und unsere bestinformierten Fachleute <strong>aller</strong> Couleur wissen aber längst, </p>
<ul>
<li>welche ungefähren, groben Änderungen unser <strong>Bildungssystem</strong> benötigen würde. Längst könnten wir uns zB darauf geeinigt haben, dass eine gemeinsame Schule der 6-14 Jährigen bei geeigneter innerer Differenzierung dem gesamten Nachwuchs die besseren Chancen eröffnet, oder darauf die Arbeitsbedingungen der Lehrerschaft massiv zu verbessern, darauf die pädagogische Weiterbildung derselben zu intensivieren und gleichzeitig die mit den Kindern verbrachte Arbeitszeit anzuheben. Alle wissen wir, dass unsere Universitäten massiv besser finanziert werden müssen, und dass wir in Zukunft tendentiell mehr und nicht weniger Akademikerinnen und Akademiker brauchen werden. Jeder Spatz pfeift es heute vom Dach, dass standortautonome Entscheidungen sowohl im Bereich Universitäten als auch im Bereich Schulen ungeahnte kreative Kräfte freisetzen können, die momentan frustriert und unterdrückt werden, und und und&#8230;</li>
<li>welche ungefähren, groben Änderungen unser <strong>Sozialversicherungssystem</strong> benötigen würde. Längst könnten wir uns auf simple versicherungsmathematische Grundsätze verständigt haben, aus denen sich u.a. ergibt, dass wir nicht immer älter werden und trotzdem immer früher in Pension gehen können, oder darauf, dass eine schlaue Kombination aus Volks-, Umlage- und Kapitaldeckungspension alle Risken bestmöglich abdecken könnte. Längst hätten &#8220;wir&#8221; erkannt, dass das Risiko im Alter eine Pflege zu benötigen, uns alle gleichermassen trifft und eine allgemeine Pflegeversicherung das dafür benötigte knappe Prozent des BIP sauber finanzieren würde. Zumindest würden wir endlich die vergleichsweise kleinen Brötchen backen und würden alle Beamten inkl. Landesbeamten und Politikern pensionsrechtlich gleichstellen.</li>
<li>welche ungefähren, groben Änderungen unser <strong>Staatssystem</strong> als solches benötigen würde. Längst könnten wir uns daher zB darauf geeinigt haben, etwa die Gesetzgebungskompetenzen der Bundesländer abzuschaffen, wenn schon nicht die Bundesländer als solche, oder zumindest jene öffentlichen Rechtsträger (va Länder, Gemeinden), die die Ausgaben machen auch selbst für die entsprechenden Einnahmen sorgen zu lassen, oder die massiven Parallelstrukturen im Bereich der Gesundheitsverwaltung abzubauen (Stichwort Sozialversicherungsanstalten, Landeskrankenanstalten etc etc)</li>
</ul>
<p>Vieles davon scheint angesichts grosser <strong><em>partei</em></strong>politischer Differenzen weiterhin völlig utopisch zu sein. Gleichzeitig &#8211; und dieses Gedankenexperiment ist mir wichtig &#8211; würd ich bei den meisten dieser Punkte darauf wetten, <strong>dass ein gut vorbereiteter und ausdiskutierter Reformvorschlag in der Bevölkerung eine ordentliche Mehrheit hinter sich versammeln könnte</strong>. Es gibt für mich einen roten Faden bei dem Ganzen: wir können uns nicht mal mehr auf die Dinge einigen, die eigentlich eine Mehrheit von uns längst will. Das hat System. Unser Problem: es sind je nach Sachfrage <strong>wechselnde Mehrheiten</strong>. Und je nach einzelner Frage über Parteigrenzen weit <strong>hinausreichende Mehrheiten</strong>. Es sind Mehrheiten, die <strong>freie Abgeordnete</strong> in gewissensfreien Abstimmungen erzielen könnten.</p>
<p>Es sind also Mehrheiten, die zwar existieren, aber unter den gegebenen Bedingungen nicht politisch realisiert werden können. Wie lebendig ist sie noch, unsere Demokratie?</p>
<p>Statt etwa Sozialversicherungsanstalten zusammenzulegen müssen wir uns mit einer <strong>Verwaltungsreform Marke &#8220;Grosse Koalition&#8221;</strong> begnügen (ja, genau jene Koalitionsform die alle paar Jahre genau deshalb gebildet wird, um die ganzganz grossen Brocken aus dem Weg zu räumen), als da wäre: <a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/508534/index.do">Zusammenlegung der drei Wetterdienste</a> von Bundesheer, Wissenschafts- und Infrastrukturministerium, eine Nonanet Massnahme, die <a href="http://www.parlament.gv.at/PG/DE/BR/J-BR/J-BR_01612/pmh.shtml">bereits vor 10 Jahren diskutiert</a> wurde. Aber man soll nicht unfair sein und daher die Schließung nicht mehr benötigter Heerestankstellen nicht vergessen&#8230; etc etc. 32 wichtige Punkte. Zusammen sollen 100 Mio Euro eingespart werden. Endausbaustufe. Vielleicht.</p>
<p>Weil mir das nicht reicht werde ich auch weiterhin alles für gut befinden und unterstützen, was dazu beitragen kann, dass das in sich erstarrte politische System Österreichs aufgemischt wird. <a href="http://martin.schimak.at/2008/08/weg-mit-der-4-prozent-huerde/">Schafft die 4% Hürde ab</a>, anstatt Euch vor der Zersplitterung der Parteienlandschaft zu fürchten: strebt sie aktiv an. Unterstützt Kleinparteien wie das <a href="http://www.liberale.at/">Liberale Forum</a> oder die <a href="http://www.piratenpartei.at/">Piraten</a>, und kämpft für ein <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/2920489/">Vorzugsstimmenwahlrecht</a>, das seinen Namen verdient. Zerrt die Grünen und auch alle anderen Parteien in <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/">Vorwahlen</a> ins Rampenlicht, und fürchtet Euch auch nicht vor einer <a href="http://www.mehr-demokratie.at/">Volksabstimmungsfrequenz >= 50 Jahre</a>. Demokratie &#8220;funktioniert&#8221; dann, wenn Mehrheiten sich am Ende des Tages duchsetzen. Mehrheiten setzen sich am Ende des Tages durch, wenn viele partizipieren, möglichst frei von jedem expliziten und vorauseilenden Gehorsam &#8211; und <strong>nach Diskussion dann auch verbindlich entschieden wird</strong>. Zwang und Demokratie sind grundsätzlich <a href="http://martin.schimak.at/2009/05/zwang-und-demokratie-sind-unvereinbar/">unvereinbar.</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarmintelligenz">Schwarmintelligenz</a> ist kein per se auf Internetzexperimente beschränktes Phänomen. Menschen können nicht nur ein <a href="http://wikipedia.org/">Lexikon</a> gemeinsam erstellen. Sie sollten und werden im 21. Jahrhundert auch ihre eigene Zukunft in die Hand nehmen. Denn langsam, mühsam nährt es sich, das <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/10/09/wir-meerschweinchen/">Meerschweinchen</a>, das nicht nur den Mediamil-Komplex, nicht nur ein paar weitere Printdinosaurier zerschlagen wird, sondern ein paar überkommene, nicht mehr lernfähige Parteien auch noch mit dazu.</p>
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