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Lang lebe die Glühbirne!

1. März 2010

… oder so was in der Art haben wir uns wohl gedacht, als wir uns diese Lampe zugelegt haben. Wir “trotzen” dem schrittweisen EU Verbot also auf unsere Weise, denn wir finden: erst durch die Bestückung mit einer so richtig hässlichen Energiesparlampe als “Glühwendel” wird sie “komplett”:

Lang lebe unsere Glühbirne.

Lang lebe unsere Glühbirne!

Mir dünkt, es stürmt und drängt.

17. März 2009

Sturm und Drang. Ein Schauspiel.
… im, nun ja, mittlerweite schon 2. Akt. Da bin ich also wieder. Zurück in der Zukunft, gewissermassen. In der Vergangenheit wars aber auch nicht schlecht. Johann Wolfgang von Goethe etwa gehörte ja irgendwie schon zu den Stürmern und Drängern, dann aber auch irgendwie wieder nicht, vielleicht weil er zu alt und weise wurde, unter anderem erteilte er mir zB folgenden anmutigen Rat:

Wer will denn alles gleich ergründen!
Sobald der Schnee schmilzt, wird sich’s finden.
Hier hilft nun weiter kein Bemühn!
Sind’s Rosen, nun, sie werden blühn.

However, mein 70er Jahre Testbild nervte mich langsam, und dann dachte ich, dann kannst Du auch gleich ganz umziehen, hab dann meinen alten Namen auch gleich an den Nagel gehängt und im alten Wohnzimmer hängen lassen. Bleibt also eigentlich nur, das neue Zimmer Zug um Zug mit neuem Leben zu erfüllen – ganz einfach indem ich hier bin und ab und zu was an die Wand schreibe.

Vielfältiger soll es jedenfalls werden. Politik? Ja klar, aber eher nicht zu tagesaktuell, sondern eher an Themen orientiert, die mich langfristig und nachhaltig interessieren, je nachdem was mir eben so über den Weg läuft. Demokratie, Grundrechte, Freiheitswerte sind immer wieder in neuem Licht zu überdenken, auch wenn das heute dann immer gleich so bedeutungsschwer klingt wie “Bildungszukunft” oder “Steuergerechtigkeit” oder “Migrationsströme” oder “Grundeinkommen”.

Und daneben auch vieles Andere: Kultur, Wissenschaft, Medien, Netz… so im groben. Wobei mein eigenes Lebensthema eben irgendwo diese geistigen Bastionen sind, die ich immer wieder wahrnehme oder wahrzunehmen glaube. Wo’s für mich besonders spannend wird, das ist eben immer dann, wenn etwas das wir gestern für geradezu selbstverständlich, vielleicht sogar “offensichtlich”, “logisch”, “eh kloar” gehalten haben heute entweder plötzlich oder auch graduell in ganz anderem Licht erscheint. Darüber möcht ich daher hier besonders gerne schreiben – denn auch meine irgendwo so zwischen alten Nazis, Kreisky, Tschernobyl, Ronald Reagan und Michael Gorbatschow sozialisierte Hippiebeamtenkindergeneration ist vor der geistigen Erstarrung alles andere als gefeit. Sie hat es sich aber noch verdammt wenig bewusst gemacht – aber wahrscheinlich ist sie damit vermutlich eh auch kein Jota weniger starrsinnig als alle vorangegangenen Generationen.

Ein paar Worte möchte ich zu meiner Gemütsverfassung verlieren, als ich letzten November nach einem Jahr Bloggen mein Testbild einlegte: zeitweise schien es mir wirklich vollkommen sinnlos zu sein, sich in irgendeiner Form an einem öffentlichen, “demokratischen” Diskurs beteiligen zu wollen. Der Staat, der nicht zu ändern ist macht eben auch etliche seiner wachesten Bürger zu solchen, die sich nicht mehr so recht bewegen mögen. Und der gelernte Österreicher ist ein Homo Oeconomicus und sagt sich kosten-nutzen-mässig eigentlich völlig realistisch und grundvernünftig: “Wozu auch – es bleibt ja eh alles beim alten.” Und dazu kommt: gerade die Politik ist heute etwas, an dem man als “einfacher”, sein eigenes Leben einigermassen erfolgreich meisternder “Bürger” gar nicht mehr so wirklich anstreifen will. Sie ist im Grunde schmutzig, peinlich, grotesk, unwürdig, so analysieren viele, mir durchaus nachvollziehbar. Ich sage: sie ist also all das, was viele ihrer Vertreter so gerne ebenso pauschal auf “die” Wirtschaft projizieren – das jeweils eigene Umfeld verändert die Wahrnehmung der jeweiligen “Aussenwelt” könnte man auch schlussfolgern…

Und dann wieder will ich eben kein solcher öder Realist sein, momentan noch keiner von Momos grauen Herren werden: wenn ich mich selbst ernst nehmen will, dann darf ich mir eben auch nicht “zu gut” sein. Was nämlich gar nicht geht ist Eigenverantwortung nur nörglerisch einzufordern und selbst in keiner Weise zu leben, heimlich über die Feigheit von Mächtigen zu schimpfen, aber selbst in keiner Weise mutig zu sein. Und daher orientiere ich mich eben auch nicht nur an Goethe, sondern zB auch an Erich Fried, zeitgenössischer (naja, ok, wir denken hier in grossen Dimensionen) Stürmer und Dränger auf die ihm eigene Art:

Wer will, daß die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, daß sie bleibt.

Zurück in die Zukunft.

28. November 2008

Heute ist Geburtstag – und das ist bei mir immer ein etwas sentimentaler Tag. Manchmal wünsche ich mich dann zurück in meine im Rückblick verklärte kuschelige Kinderwelt der 1970er Jahre. Zurück in meine Kindheit.

Testbild

Ich habe hier nun ein Jahr lang immer wieder ein paar meiner Gedanken mit einer kleinen, aber feinen Gruppe an Lesern geteilt. Manches ist mir ganz gut gelungen, manches auch überhaupt nicht. Vieles ist angefangen und unfertig. Manches ist in meinem Kopf ein gutes Stück fertiger als ich es je kommunizieren werde können. In irgendeiner Form, einer neuen Form, möchte ich voraussichtlich weitermachen. Ein gewisses Problem ist dabei, dass ein Blog der meine Interessen abdeckt (vom detaillierten verzwickten Programmierproblem über Schulsorgen meiner Töchter, die Zivilgesellschaft des Jahres 2050 und retour zu den Abgründen österreichischer Provinzpolitik des Jahres 2008) dann vermutlich gar keine Leser mehr findet. Und Feedback brauch ich schon ab und zu – sonst ists auch sinnlos.

Bis ich diese neue Form ersonnen habe brauche ich aber eine Pause. Und eine Pause vom Trubel bestand für ein Kind der 1970er Jahre manchmal auch darin ins Testbild zu starren – und daraus eine gewisse Inspiration zu schöpfen… gewissermassen als Ersatz für das Lagerfeuer unserer Vorfahren… auf dass mir die Übung gelinge… bis irgendwann…

Off…

16. Juli 2008

wird mein Fernseher bei exakt 70% der vom ORF heute angekündigten Wahlkampf Doppelconferencen sein – genau 7 von 10 Sendungen werden nämlich aufgrund der blau-orangen Spaltpilze unter Beteiligung einer dieser beiden Gruppen stattfinden und somit inhaltlich für mich völlig obsolet sein. Allein die durch diesen Zustand verursachte krasse Verzerrung der Themenauswahl ist ein seit langer Zeit gewichtiges Manko der TV-Wahlkämpfe österreichischen Zuschnitts. Also bleibt mir nur die Verweigerung.

Somit reduziert sich mein Zeitaufwand mit diesem Wahlkampf also gleich mal um gute 7 Stunden – da gehen sich dann locker zwei gute Bücher aus dafür. Das ist daher auch mein kleiner Vorschlag für all jene grundsätzlich an Politik interessierten unter Euch, die ihren Fernseher so wie ich (noch) nicht für immer ins Off befördert haben: widersagt dem Spektakel! :) Entzieht euch eurem inneren Schweinehund und beweist Euch selbst: ihr braucht diesen Zirkus nicht wirklich.

So – und jetzt noch Off topic in eigener Sache: jetzt geh ich nämlich auch mal ins Off für eine Weile, bin Off-Line, Off-Road, Off-Civilisation quasi. Und bis zumindest Anfang August gibts daher hier sicher keine Stimme aus dem Off. Und dann: na schaumamal wie langs dauert bis ich mich wieder in Österreich integrieren werde… bin dann nämlich meist eine ganze Weile ziemlich integrationsunwillig…

Und off jetzt.

Hallowed be thy Name

16. Mai 2008

Ein wichtiges Stück meiner frühen Jugend, aber eigentlich keine Ahnung wieso ich heute wieder mal danach gegriffen habe: unfassbare Gitarrensoli, ein melodisches Riff nach dem anderen, grenzgenial auch die stimmliche Leistung Bruce Dickinsons, man achte nur ein bisschen bewusster auf den Übergang vom langsamen Beginn zum extrem kraftvollen Hauptteil. Metal der 80er Jahre auf höchstem Niveau – und wer sich dadurch musikalisch überfordert fühlt, der möchte sich vielleicht zumindest anhand der Lyrics ein Bild davon machen, dass hier auch inhaltlich Tiefgang geboten wird: es geht um die Gedanken, Reflexionen und letzten Hoffnungen eines Menschen unmittelbar vor dem Weg zum Galgen – ein nach wie vor aktuelles, wenn auch hoffentlich nicht für immer zeitloses Thema…

Im waiting in my cold cell when the bell begins to chime
Reflecting on my past life and it doesnt have much time
Cos at 5 o’clock they take me to the
gallows pole
The sands of time for me are running low

When the priest comes to read me the last rites
I take a look through the bars at the last sights
Of a world that has gone very wrong for me

Can it be theres some sort of error
Hard to stop the surmounting terror
Is it really the end not some crazy dream

Somebody please tell me that Im dreaming
Its not so easy to stop from screaming
But words escape me when I try to speak
Tears they flow but why am I crying
After all I am not afraid of dying
Dont believe that there is never an end

As the guards march me out to the courtyard
Someone calls from a cell God be with you
If theres a God then why has he let me die?

As I walk all my life drifts before me
And though the end is near Im not sorry
Catch my soul cos its willing to fly away

Mark my words please believe my soul lives on
Please dont worry now that I have gone
Ive gone beyond to see the truth

When you know that your time is close at hand
Maybe then youll begin to understand
Life down there is just a strange illusion.

Tja, Iron Maiden, in den guten alten Zeiten: genau Euch hat also ein nostalgisches Metalhead wie ich heute anscheinend gebraucht…